Lecker Schnabulieren in Berlin: Das (vermutlich) günstigste, aber garantiert leckerste Schnitzel bei Scheers
© Roman Jasiek

Lecker Schnabulieren in Berlin: Das (vermutlich) günstigste, aber garantiert leckerste Schnitzel bei Scheers

Sich im Internet zu tummeln, kann für viele Dinge gut und nützlich sein. Um nur ein einziges Beispiel zu nennen: Restaurantempfehlungen. Die kann man an so vielen Orten einheimsen, von spezialisierten Websites bis zu Influencern bei Instagram ist die Bandbreite riesig. Und wenn man einer Empfehlung gefolgt ist, kann es durchaus Sinn machen, diesen Tipp weiterzuempfehlen. Nicole und ich sind neulich einer Empfehlung der Influencerin Bettina Grabel gefolgt, und damit herzlich willkommen zum heutigen Beitrag.

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Die Dame, deren Tipp wir hier gefolgt sind und den wir mit allerwärmsten Empfehlungen weitergeben, machte sich in Berlin auf den Weg, um das günstigste und das teuerste Schnitzel der Stadt zu essen. Und Schnitzel, hörtma, da sind wir doch hinterher! Schließlich hatten wir das unseres Erachtens nach weltbeste Schnitzel im vergangenen Jahr während unserer Flixbusreise, die uns unter anderem nach Wien führte, im Figlmüller mit Höchstgenuss verköstigt! Das teuerste Schnitzel der Hauptstadt zu testen, kam nicht infrage. Uns interessierte mehr, wie gut sich das vermeintlich günstigste Schnitzel Berlins gegen die indirekte Konkurrenz aus der Stadt an der Donau schlägt. Und somit suchten wir, als wir neulich in Berlin herumstreunerten, Scheers Schnitzel, zu finden am Warschauer Platz 18 in 10245 Berlin. Die Öffnungszeiten verrät Euch Google.

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An dem Laden könnte man leicht vorbeilaufen. Gelegen unter einer der Brücken der Warschauer Straße, bemerkt man die zwar bunte, irgendwie an einen Pop-up-Store erinnernde gastronomische Nahversorgungseinrichtung nur dadurch, dass außen ein Schriftzug darauf hinweist, dass sie Schnitzel lieben. Und dann ist da noch das Plakat mit dem berühmten Bruderkuss zwischen Erich Honecker und Leonid Breschnew, an dem man, je nachdem, aus welcher Richtung man kommt, aber leicht vorbeiläuft. Das schlauchartige Gebäude, das der eigenen Beschreibung nach dem Fast Casual Dinning dient, lässt die Herzen all jener ganz doll höher schlagen, die sich für alternative Einrichtungen begeistern können.

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Wie eine sehr abgerockte, gleichzeitig aber sehr charmante Kiezdisco wirkt Scheers Schnitzelbraterei im Inneren. Will sagen: Anstelle gediegener (oder von mir aus auch: altbackener) Einrichtung findet man vor Ort einfache Tische und Bänke – und unfassbar viele (Konzert-)Plakate, Aufkleber an den Wänden und Graffitis ohne Ende in den Nasszellen. Im Inneren wirkt Scheers Laden eher wie ein Bistro, das man eher in einer alternativen Disco (wie etwa The Acadamy in Hamburg) vermutet. Als Sitzgelegenheit dienen einfache Plastikhocker, als Serviette tut es hier eine Rolle Küchentücher. Wir haben uns bei unserem Besuch direkt wohl und heimisch gefühlt! Wer jedoch beim Schnabulieren eher ein Ambiente der Marke Etepetete braucht, könnte im Hause Scheers kaum falscher aufgehoben sein.

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Scheers Schnitzel macht seinem Namen alle Ehre. Außer Schnitzel in ausreichenden, wenngleich überschaubaren Variationen bekommt Ihr dort keine anderen Speisen serviert. Scheers wirbt damit, dass die Zutaten regionaler Herkunft sind und dass man, weil man ja kochen könne, kein Glutamat benötige. Die Bestellung funktioniert entweder über ein Selbstbedienungsterminal, wie man es auch bei den großen Fast-Food-Ketten findet, oder via Smartphone, über das man direkt auch die Bezahlung nebst Trinkgeld, so man denn möchte, vornimmt. 

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Zur Auswahl stehen Schnitzelbrötchen oder Schnitzel-Teller. Die Schnitzel bestehen dabei aus Schweinerücken, Kalbsoberschale oder Putenbrust. Dazu können als Beilage (quasi in Form vorkonfigurierter Gerichte) Pommes bestellt werden, alternativ lockt Kartoffelsalat mit Remoulade oder mit Essig und Öl. Eine kleine Salatbeilage ist ebenfalls dabei. Und wer sich sein Schnitzel in ein Brötchen packen lässt, kann auch ein Spiegelei obendrauf bekommen. Wer neben der obligatorischen Zitrone noch einen Dip für das Schnitzel oder die Pommes haben möchte, kann aus folgenden hausgemachten Saucen wählen: Curry, Andalusisch, Chili, Aioli und Barbecue. Wir haben alle getestet und hätten uns reinlegen können!

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Wir bestellten Schniposa (also Schnitzel mit Pommes und Salat) und ein Schnitzel mit Kartoffelsalat in Essig/Öl. Jeweils für knappe 10 Euro. Dazu ein Bier (der halbe Liter erfrischende 4 Euro, das ist ja fast schon hinterhergeschmissen!) und ein Radler (dito!). Will sagen: Wir waren letztlich für unter 30 Euro gut gesättigt, als wir nach nicht einmal einer Dreiviertelstunde das Gelände wieder verließen. Darin enthalten: Reinkommen, bestellen, essen, Pippi machen, kurz verdauen.

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Scheers Schnitzelbude gibt es meines Wissens nach nicht erst seit gestern, daher haben wir es hier mit einer extrem gut eingespielten gastronomischen Einrichtung zu tun, bei der die längste Zeit, die man dort verbringt, im Zweifelsfall das Warten auf einen freiwerdenden Platz beanspruchen kann. Denn bei unserem Besuch, an einem frühen Samstagabend, war der Laden gut gefüllt.

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Und wer mal eines dieser wirklich hochgradig schmackofatzen Schnitzel gegessen hat, die es auch in einer Seitan-Version gibt, wird verstehen, warum man dieses Restaurant nur zu gerne weiterempfiehlt. Es war einfach mega lecker! Ausreichend große Portion, serviert in schnuckeligen Emaille-Assietten, wirklich schnell zubereitet, dazu dieses herrlich alternative Ambiente… doch, hier gehen beide Daumen nach oben!

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Übrigens: Der abgerockt, aber mit Sicherheit so gewollt wirkende Eindruck lässt keine Rückschlüsse auf die Hygiene zu. Die Toiletten waren sehr sauber und auch die Küche, in die wir von unserem Platz aus besten Einblick hatten, wirkte sehr ordentlich und gepflegt.

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Im direkten Vergleich zum Figlmüller in Wien würden wir sagen, dass das österreichische Traditionshaus knapp die Nase vorn hat. Aber nun kommt man ja nicht alle Tage nach Wien, wir zumindest nicht. Nach Berlin hingegen schon sehr viel öfter, schließlich ist es meine alte Heimat. Wir sind uns absolut sicher, dass wir bei einem künftigen Besuch wieder bei Scheers einkehren werden, um dort ein leckeres Schnitzel zu verköstigen. Und somit beende ich diesen Beitrag mit einer dicken Empfehlung an alle Berliner und Berlin-Reisenden, die sich für Schnitzel begeistern können. Besser kann es in der Hauptstadt nicht werden, schätze ich.

Roman Jasiek

Hi, ich bin Roman! Ich bin ein Kind der 80er und schreibe seit Ende der 1990er-Jahre Dinge ins Internetz. Mein Herz schlägt für Musik, Comics, Collectibles, Essen, Reisen, Wandern und meine Lieblingsmenschen. Ich lebe und arbeite in Gardelegen.