Exakt heute vor einem Jahr sind Nicole und ich im Paradies gelandet. Und dieses Paradies hat einen Namen: Safari Island. Genauer: Mushimasgali, eine sehr kleine Insel im Ari-Atoll (auch hier genauer: Alifu Alifu Atoll) auf den Malediven, rund 73 km bzw. 25 Minuten per Wasserflugzeug von Malé entfernt. Für die Umrundung der Insel benötigt man in gemütlichem Spaziertempo ca. 10 bis 15 Minuten. Den Namen Safari Island trägt die Insel wegen des dort untergebrachten 4-Sterne-Resorts. 84 Unterkünfte bietet das Resort, unterteilt in Strand- und Wasserbungalows. Und entgegen den vielen fancy Hochglanz- und High-End-Unterkünften, die man heutzutage bei Reiseanbietern bezüglich der Malediven angeboten bekommt, wirkt Safari Island relativ schlicht, einfach und auch auf charmante Weise ein bisschen abgerockt. Mit anderen Worten: Die Insel ist einfach perfekt!
Zehn wunderbare Tage haben wir auf der Insel verbracht. Zehn Tage, an denen wir die Welt um uns herum komplett ausblenden konnten. Der Tagesablauf sah in etwa so aus: Relativ zeitig aufstehen (Langschläfer werden wir keine mehr) und duschen, mit allerhand Tinktur gegen Sonne einschmieren und dann zum Frühstücksbüfett tingeln. Anschließend kurz verdauen, dann baden oder schnorcheln und die Unterwasserwelt bestaunen. Anschließend vielleicht in der Bar Uno-Karten kloppen oder Rommé spielen. Vor dem Mittag dann das gleiche Prozedere bezüglich nochmal. Danach eine ausführliche Siesta, dann wieder baden/schnorcheln und vor dem Abendessen wieder duschen, eincremen und dann schnabulieren. Anschließend den Abend in der Bar bei ein oder zwei Cocktails und weiteren Runden Kartenspiels ausklingen lassen. Oder einfach nur den Blick ins Wasser unterhalb des Restaurants bzw. der Bar gerichtet lassen und das bunte Treiben der zahlreichen Fische und Haie beobachten. Ganz zum Schluss den Tag in den Liegestühlen mit Blick aufs Meer und den unendlichen Sternenhimmel beenden. Am nächsten Tag das Ganze auf Repeat.
Zunächst hatte ich Sorge, dass ich mich aufgrund der eingeschränkten Möglichkeiten auf den Malediven ziemlich langweilen würde. Ich hatte mein MacBook dabei und buchstäblich einen Koffer voller Comics, die ich ggf. lesen und rezensieren wollte, wenn mich der Lagerkoller überfallen sollte. Gelesen habe ich vielleicht drei oder vier davon, viel mehr Reviews sind es auch nicht geworden. Die Tage einfach so mit süßem Nichtstun verstreichen zu lassen, war wirklich allermeist genug. Dieses Dolce far niente, wie es die Italiener nennen, ist tatsächlich alles, was man braucht, um einen guten Tag zu haben. Nennt es von mir aus auch Müßiggang oder Slow Travel.
Manches Mal philosophierten wir darüber, dass ausgerechnet das, was den Malediven den Wohlstand bringt – der Tourismus nämlich – auch wegen des fortschreitenden Klimawandels ihren Untergang bedeuten könnte. Wenn nun aber niemand mehr hinflöge, um festzustellen, dass die Malediven exakt das sind, wenn die Rede vom Paradies auf Erden ist, würde sie vermutlich auch niemand erhalten wollen, nehme ich an. Die Malediven sind, so scheint es, bezüglich Investitionen aller Art fest in der Hand von China und den Arabischen Emiraten. Und die, so nehme ich weiter an, werden ihre Investitionen entsprechend schützen wollen.
Aber das ist alles reiner Spekulatius. Fakt ist: Heute, zum Jahrestag unserer Anreise vor Ort, ist uns das Herz ein bisschen schwer vor sehnsüchtelndem Wehmut. Gerne hätten wir 2027 der zauberhaften Insel einen neuerlichen Besuch abgestattet. Preise von derzeit rund 20tausend Euro für 14 Tage für zwei Leute mit allem inklusive sprengen jedoch jeglichen Rahmen und übersteigen unsere Möglichkeiten mehrmals um Einiges! Daher scrollen wir heute lediglich durch die in den zehn Tagen angefallenen rund 2.000 Fotos. Und eines davon teilen wir hier und heute mit Euch. Es zeigt den Blick von unserem Strandbungalow auf das Meer vor uns in der Abendsonne.
