Bloggerschnack August 2026: Zeiten ändern dich – Meine ältesten Blogbeiträge vs. mein aktuelles Tun
© Roman Jasiek / Gemini

Bloggerschnack August 2026: Zeiten ändern dich – Meine ältesten Blogbeiträge vs. mein aktuelles Tun

Seit ein paar Tagen bin ich Mitglied im Bloggerforum der Bloghexen. Weil das Internet meiner Ansicht nach eben nicht nur aus Social-Media-Plattformen bestehen sollte, die mittlerweile vieles sind, aber ganz oft eben eines nicht mehr: sozial. Ich finde es schön und gleichermaßen auch inspirierend, dass die Welt der Blogs nach wie vor sehr lebhaft und aktiv ist. Auch, wenn sie möglicherweise viel zu oft unter dem Radar vieler Internetnutzer fliegt.

Jeden Monat wird dort ein Thema aufgemacht, zu dem sich die Nutzer des Forums ihre Gedanken machen und diese dann in einen Blogbeitrag kippen können. Die Frage, die für den August 2026 in den Raum gestellt wurde, ist eine durchaus spannende, wie ich finde: Meine ältesten Blogartikel bzw. Bloggen früher und heute – was würde ich anders machen? Das ermöglicht mir eine kleine Zeitreise und Euch einen kleinen Blick hinter die Kulissen.

Wer meinen Spielplatz hier sehr genau unter die Lupe nimmt, wird möglicherweise feststellen, dass die Zahl der veröffentlichten Beiträge kontinuierlich wächst. Und das, obwohl mangels Zeit pro Monat allenfalls ein Dutzend neuer Artikel hinzukommt. Wie kann das sein? Nun, aus früheren Blogs von mir, allen voran Avalost, sind noch jede Menge Beiträge vorhanden, die nach wie vor in kleinen Textdateien schlummern und darauf warten, dass ich sie hier wieder zurück ans Tageslicht hole.

Mit der Bloggerei angefangen habe ich Ende der 1990er Jahre. Als Teenie und Azubi im Buchhandel in Personalunion war es Teil meiner Ausbildung, Buchrezensionen zu schreiben. Die ich dann auch direkt ins Netz stellte. Das war damals super umständlich und bei Weitem nicht so elegant, einfach und komfortabel, wie es heute mit Plattformen/Systemen wie WordPress, Blogger, Ghost oder Substack möglich ist. Und die URL konnte sich auch niemand merken damals!

Daraus folgten Websites, die ich mit unterschiedlicher Technik unter der Haube zu Magazinen aufgeblasen habe. Alles, was ich zu den technischen Details wissen musste, habe ich mir selbst beigebracht. Somit hatte ich im Laufe der Jahre eine Vielzahl an Blogs an den Start gebracht, die zunächst auf HTML, später auf PHPNuke, diversen Forensoftwares, Mambo, Joomla, WordPress und sogar einmal auf TYPO3 basierten. Aktuell verwende ich Ghost und bin damit sehr zufrieden.

Auf die technische Seite will ich aber gar nicht weiter eingehen. Wichtiger sind die Inhalte. Wie zuvor schon erwähnt, habe ich zunächst Magazine aufzubauen versucht bzw. aufgebaut, die sich damals vor allem mit Musikrezensionen und Neuigkeiten aus der Musikwelt beschäftigten. Die Artikel, die ich im Laufe der Jahre geschrieben habe – das waren ein paar Tausend! – sind irgendwann immer länger und ausführlicher geworden. Und persönlicher. Zudem haben sich meine Interessen auch immer mehr erweitert, so dass ich irgendwann den Eindruck hatte, dass das Korsett eines Magazins sich nicht mehr passend anfühlte. Und das zur Verfügung stehende Zeitbudget ist mit den Jahren immer weiter geschrumpft. Ein Magazin lebt davon, dass ständig neue Inhalte präsentiert werden, stets am Puls der Zeit. Schließlich ist nichts so alt wie die Nachricht von heute. Den Stress kann und will ich mir nicht mehr geben. Heute schreibe ich, wenn ich etwas zu erzählen habe und die Zeit finde, dies zu tun. Und sei es, dass ich mit meinem Tun hier dazu ermutigen möchte, zur Vorsorge oder zur Blutspende zu gehen. Ein ganz anderer (Blogger-)Schnack also, als noch vor wenigen Jahren.

Wie gesagt, ein paar Tausend Artikel schlummern noch auf meiner Festplatte und warten darauf, wieder online zu gehen. Ich mache das händisch, obwohl eine (durchaus vorhandene) Importfunktion mir hier viel Arbeit ersparen würde. Aber ich genieße es, das manuell zu machen. Es zeigt mir auf, wie sich meine Schreibe im Laufe der Zeit verändert hat. Weg von einem sachlichen, nüchternen Stil zu einem sehr persönlichen. Gerade auch im Bereich Musik haben sich über die Jahre persönliche Erfahrungen eingeschlichen, die – so möchte ich einigermaßen selbstbewusst behaupten – meine Texte von denen anderer unterscheiden. Ohne die Arbeit anderer damit in irgendeiner Weise werten zu wollen. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich alle Artikel wieder zurückhole. Manches, wie etwa Veranstaltungshinweise, ist einfach komplett veraltet. Andererseits dokumentiert auch das irgendwie mein Schaffen von anno dazumal bis heute.

Und damit komme ich zur Ausgangsfrage aus dem Bloggerforum: Was würde ich anders machen? Nichts. Gar nichts. Die Erfahrungen, die ich gesammelt habe, brachten mich zu dem Blog, den Ihr heute lesen könnt. Demnach werden Artikel, die ich restauriere, inhaltlich nicht verändert. Ich lese sie, korrigiere, wenn ich ein fehlendes Komma oder verbuchselte Wechstaben finde, lasse sie ansonsten aber gänzlich unverändert. Denn auch diese Funktion erfüllt dieser Blog: Es ist für mich eine Art Tagebuch, das meine persönliche Entwicklung über bald 30 Jahre dokumentiert. Auch, wenn so manches nur zwischen den Zeilen steht und manchmal, Interesse vorausgesetzt, eine intensivere Auseinandersetzung mit dem Geschriebenen erfordert.

Falls Ihr weiterlesen möchtet, wie sich andere Blogger mit der Frage auseinandergesetzt haben, hier ein paar random Empfehlungen:

Was mich interessieren würde: Seit wann seid Ihr mit an Bord und lest den Kram, den ich hier verzapfe? Lasst es mich gern wissen.

Roman Jasiek

Hi, ich bin Roman! Ich bin ein Kind der 80er und schreibe seit Ende der 1990er-Jahre Dinge ins Internetz. Mein Herz schlägt für Musik, Comics, Collectibles, Essen, Reisen, Wandern und meine Lieblingsmenschen. Ich lebe und arbeite in Gardelegen.