Schmachtfetzen mit Glitzervampiren: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer
© Carlsen Verlag

Schmachtfetzen mit Glitzervampiren: Bis(s) zum Morgengrauen von Stephenie Meyer

Nun gibt es ja Vampirromane wie Sand am Meer. Mit Stephenie Meyers Bis(s) zum Morgengrauen schickt sich ein weiteres Buch mit thematisch gleicher Sachlage an, die Gunst der Leserschaft zu erringen. Wir haben uns den Schmöker zu Gemüte geführt und sagen Euch nun, was davon zu halten ist.

Zum Inhalt: Die 17-jährige Isabella, oder schlicht Bella, hat von dem eher flatterhaften Leben ihrer Mutter genug, also beschließt sie, aus der Millionenmetropole Seattle in ein abgelegenes Kuhkaff namens Forks zu ziehen. Eine amerikanische Kleinstadt, wie sie – im wahrsten Sinne – im Buche steht.
Als Großstadtküken ist sie in Forks, einer Stadt, in der ansonsten so fürchterlich viel nicht passiert, logischerweise zunächst DIE Attraktion. Die Jungs reißen sich um sie, die Mädels sind neidisch auf sie. Soweit, so gut. Doch erregt sie auch die Aufmerksamkeit des geheimnisvollen Edwards, der für Bella ob seines unglaublich schönen Aussehens die reinste Lichtgestalt darstellt. Jedoch begegnet Edward Bella zunächst mit Abweisung, teilweise sogar fast mit Hass – obwohl Bella, im Hauptfach Tollpatsch, noch gar keine Gelegenheit hatte, ins Fettnäpfchen zu treten.

Was Bella nicht ahnt: Edward und die anderen, die in der Kantine mit ihm immer abseits der anderen Schüler sitzen, gehören einer Vampirfamilie an. Jedoch haben sich Edward und der Rest seiner Sippe geschworen, für die Befriedigung ihres Blutdurstes auf die Menschenjagd zu verzichten und stattdessen lieber Grizzlys zu jagen. Problem dabei: Edward hat zunächst arge Probleme damit, dem verführerischen Duft von Bellas Blut zu widerstehen. Dennoch: Dadurch, dass Bella eine natürliche Gabe dafür zu haben scheint, sich selbst in (teilweise) lebensgefährliche Situationen zu bringen, und Edward sich immer wieder als ihr Schutzengel entpuppt, passiert, was passieren musste, und die beiden kommen sich näher. Daraus entwickelt sich eine Liebe, die eigentlich nicht sein dürfte, denn nicht nur Edward ist aufgrund seiner Natur gefährlich für Bella. Vampire – und seien sie noch so gesellschaftsfähig – haben nicht unbedingt nur Freunde. Eine Erfahrung, die auch Bella machen muss …

Haaach, welch ein Schmachtfetzen. Mit Bis(s) zum Morgengrauen liefert die Autorin eine in eine Vampirthematik verpackte, bittersüße Liebesgeschichte ab, die – aller Schmachtereien der Protagonistin gegenüber dem geheimnisvollen Edward zum Trotz – von Anfang bis Ende zu fesseln weiß. Man mag dieses Buch gar nicht mehr aus der Hand legen, so sehr kann man sich in der Welt von Bella und Edward verlieren. Ganz wesentlich tragen die flotte Schreibe und der ein oder andere spannende Twist dazu bei.

An dem Umstand, dass es sich hierbei in erster Linie um ein für Jugendliche konzipiertes Werk handelt, sollte man sich nicht stören, verpasst man doch sonst eventuell einen der schönsten Vampirromane überhaupt. Fazit: stark süchtigmachend und demnach eigentlich verschreibungspflichtig!

© Carlsen Verlag

Roman Jasiek

Hi, ich bin Roman! Ich bin ein Kind der 80er und schreibe seit Ende der 1990er-Jahre Dinge ins Internetz. Mein Herz schlägt für Musik, Comics, Collectibles, Essen, Reisen, Wandern und meine Lieblingsmenschen.