Versüßt die Wartezeit ungemein: Child of Entertainment von diorama
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Versüßt die Wartezeit ungemein: Child of Entertainment von diorama

Nach inzwischen gut und gerne drei Jahren, die seit der Veröffentlichung von A Different Life ins Land gezogen sind, dürften wohl nicht nur die diorama-Lemminge unruhig mit den Füßen scharrend auf den Release des neuen diorama-Albums Cubed warten. Auch so ziemlich alle anderen Geschmacksmenschen, denen die Faszination der Musik aus dem Hause Wendt, Marc, Fiddler und Halter nicht verborgen geblieben ist, freuen sich bestimmt schon auf den neuen Longplayer. Um die Finalrunde in Sachen Wartezeit etwas zu versüßen, schicken die Herren von Diorama eine neue Single ins Rennen. Child Of Entertainment heißt sie und ich hörte mal rein.

Was genau mögen wohl die Gründe dafür sein, dass immer mehr Leute Gefallen an der Musik dioramas finden? Sind es die Texte, die den Hörer ein ums andere Mal im Innersten berühren, ohne dass sie mit Kitsch und Pathos überfrachtet wurden? Sind es die eingängigen, mal tanzbaren, mal zum Träumen verführenden, aber immer wenigstens latent melancholischen Electro-Pop-Melodien? Sind es die wunderbar harmonierenden Stimmen von Torben Wendt und Felix Marc? Die energiegeladenen Live-Performances der Truppe?

Nun, vermutlich liegt es daran, dass diorama im Prinzip seit jeher in allen genannten Disziplinen Bestleistungen abliefert, ohne dabei irgendwelchen Trends nachzueifern, den eigenen Stil jedes Mal komplett umzukrempeln oder auf Teufel komm raus auf Erfolg zu zielen. Die Musik von diorama ist seit dem Debütalbum Pale vor mehr als 10 Jahren immer vor allem eines gewesen: authentisch. Musik mit Gefühl, bei der die Macher ihre Hörer am eigenen (Gefühls-)Leben teilhaben lassen, ihre Hörer aber gleichwohl auch auf eine ganz eigene Reise durch die seelischen Hochs und Tiefs schicken. Dabei schaffen sie immer wieder das Kunststück, genügend ihrer Songs entsprechenden Drive zu verpassen, sodass man auch ganz wunderbar den Denkapparat ab- und den Bewegungsapparat auf der Tanzfläche einschalten kann.

Child of Entertainment vereint diese Tugenden auf gewohnt gelungene Art und Weise. Die Cubed-Fassung des Stückes ist ein mittelschneller diorama-Song, der genau so klingt und sich so anfühlt, wie man es von einem solchen Lied eben erwarten würde. Pfiffige Synthies, tanzbare Rhythmen, eingängige Hooks, Torben und Felix im Duett und dazu eine schnuckelige, weltschmerzige Grundstimmung. Das passt. Der Bewegungsapparat wird mit der Clubbed-Version des Songs bedient, bei der diorama dem Song mehr Wumms verpasst haben, um ihn discotauglicher zu gestalten. Anderweitige strukturelle Änderungen müsste man hier mit der Lupe suchen. Wer es noch krachiger braucht, führt sich die Stolen-Version zu Gemüte.

Das Kontrastprogramm, quasi das für den Denkapparat, bildet die Broken-Fassung. Hier beweisen diorama einmal mehr, dass sie ein unglaubliches Talent dafür haben, ergreifende Klavierballaden zu basteln. Wer bei dieser Version und der Textzeile „I’ll be a dead man walking, I’ll be a child of entertainment“ keinen Kloß im Hals hat, sollte eventuell noch mal seine Gefühlsrezeptoren checken. In eine ähnliche Richtung geht auch die Trapped-Version, die deutlich akustischer daherkommt.

Neben den diversen Fassungen von Child of Entertainment bietet die Single zur Abrundung eine Neuauflage des diorama-Klassikers Her Liquid Arms, hier in der Hideous-Heart-Fassung. Muss jeder selbst entscheiden, ob es da wirklich noch eine neue Fassung von brauchte. Ich wäre wohl auch ohne ausgekommen. Abgerundet wird die Single dafür aber durch einen schnuckeligen Live-Mitschnitt des Partyknallers Advance. Wer diorama noch nicht live gesehen hat, sollte das nicht nur bei nächster sich bietender Gelegenheit nachholen, sondern erhascht hier auch einen ersten kurzen Vorgeschmack auf die guuude Laune, die bei diorama-Konzerten vorherrscht. Soweit das bei einem rein akustischen Mitschnitt möglich ist, versteht sich.

Die Mission einer vorab veröffentlichten Singleauskopplung ist klar: Sie soll den wartenden Fans einen Vorgeschmack geben und die Wartezeit versüßen. Sie soll aber auch mögliche Neu-Hörer gewinnen. Dioramas Child of Entertainment zeigt dank der enthaltenen Remixe die ganze Bandbreite dessen, was diorama zu leisten vermögen. Child of Entertainment hat damit seine Aufgabe mit Bravour gemeistert. Cubed? -> Vorfreude /on.

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Roman Jasiek

Hi, ich bin Roman! Ich bin ein Kind der 80er und schreibe seit Ende der 1990er-Jahre Dinge ins Internetz. Mein Herz schlägt für Musik, Comics, Collectibles, Essen, Reisen, Wandern und meine Lieblingsmenschen.