Das Comic-Cover von Spider-Man Brand New Day zeigt den Superhelden in klassischer Pose auf einer Ziegelwand vor den Wolkenkratzern New Yorks. © Panini Comics
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Ein brandneuer Tag für Spidey: Spider-Man – Brand New Day von Panini

Es ist noch gar nicht sooo lange her, da kam ich voller Entzücken aus dem Kino. Grund und Anlass dafür war Spider-Man: Brand New Day, das inzwischen vierte Solo-Abenteuer mit Tom Holland in der Rolle der freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft. Im Zuge dieses Films, der inzwischen mehr als 2 Milliarden Dollar eingespielt und somit offensichtlich nicht nur mich begeistert hat, brachte Panini Comics wenig überraschend ein paar Comicbände heraus, die als Fokustitel den Film begleiten sollen. Da ich nach wie vor im Krankenhaus liege, hatte ich ausreichend Gelegenheit, mir diese Bände in aller Ausführlichkeit zu Gemüte zu führen. Fangen wir also mal an, uns über Spider-Man – Brand New Day zu unterhalten.

Auch wenn man anhand der Namensgleichheit vermuten könnte: Dieser Comic erzählt mitnichten die gleiche Geschichte wie der Film. Tatsächlich stammen die in diesem Band versammelten Comics ursprünglich bereits aus dem Juli 2007 sowie aus dem Frühjahr 2008, haben also grundsätzlich schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Dennoch gibt es neben dem Titel noch weitere, kleinere Überschneidungen zum Film.

Comic vs. Kinofilm: Die Unterschiede zum Tom-Holland-Blockbuster

Die größte Gemeinsamkeit: das kollektive Vergessen, wer Peter Parker ist und was er so treibt, wenn er nicht als Student, Fotograf für den Daily Bugle, armer Schlucker und die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft in Personalunion durch die Straßenschluchten New Yorks schwingt. Im Gegensatz zum Film ist es hier aber kein von Doctor Strange beschworener Zauber, sondern quasi ein Pakt mit Mephisto, um das Leben seiner Tante May zu retten.

Nach diesem Deal, der auch Peters Festplatte im Koppe formatierte, war er nicht mehr mit MJ verheiratet, Tante May dafür aber noch am Leben und auch sonst war alles wie früher. Mit einer Ausnahme: Nach dem Civil War (2006) mussten sich Superhelden demaskieren und registrieren lassen, wollten sie nicht fortan pauschal als Gegner der Regierung gelten. Der Civil War wurde auch im MCU (The First Avenger: Civil War) ein großes Thema. Spider-Man gehört jedenfalls aber nicht zu denen, die ihre Identität preisgegeben haben. Eine mächtige Mutantin oder ein waffenstarrender, meist allein arbeitender Rächer fehlen in dieser Erzählung. Und in diese wirft der vorliegende Band nun also unseren Helden.

Mr. Negative, so ein Typ auf einem Goblin-Gleiter und der Auftritt von Jackpot

Und wie könnte es anders sein: Auch ohne allzu viele Erinnerungen hat Spidey alle Netze voll zu tun! So bekommt er es hier unter anderem mit Mr. Negative zu tun, keilt sich mit einem Typen, der sich auf einem Goblin-Gleiter durch die Lüfte schwingt, und wird dann auch noch polizeilich als Verdächtiger in einer Mordserie gesucht! Und als wäre das noch nicht genug der gar nicht mal so frohen Kunde, betritt mit Jackpot alias MJ eine neue Superheldin das New-Yorker-Superhelden-Nachtleben UND J. Jonah Jameson erleidet einen Herzanfall, woraufhin sein Revolverblatt an neue Eigentümer verbimmelt wird. Mit Konsequenzen auch für Peters berufliche Aussichten.

Lange Rede, kurzer Sinn: Dieser brandneue Tag bereitet für unseren beliebten Netzkopf jede Menge Alarm und Remmidemmi bereit!

Festhalten möchte ich, dass, obwohl die hier versammelten Heftchen in gar nicht mehr allzu ferner Zukunft bereits 20 Jahre auf dem Buckel haben, die Geschichten gut gealtert sind. Dass sie die durch den Namen des Films geweckten Erwartungen nicht erfüllen – geschenkt! Mehr noch als die übliche Spidey-Action, die dank der beteiligten Zeichner und Koloristen auch heute noch eine gute Figur macht, sind es auch hier wieder die Nebenschauplätze, die in Erinnerung bleiben. So insbesondere der erste Auftritt von Jackpot. Oder ganz besonders auch der Verkauf des Daily Bugle mit allen daraus resultierenden Konsequenzen. Die Autoren Dan Slott und Marc Guggenheim lieferten seinerzeit gut lesbare, durchaus unterhaltsame Spinnenkost ab, die man auch heute noch gut lesen kann. Vielleicht auch gerade deshalb, weil dieser Brand New Day nichts mit dem Film zu tun hat.

© Panini Comics

Roman Jasiek

Hi, ich bin Roman! Ich bin ein Kind der 80er und schreibe seit Ende der 1990er-Jahre Dinge ins Internetz. Mein Herz schlägt für Musik, Comics, Collectibles, Essen, Reisen, Wandern und meine Lieblingsmenschen.