Blogparade: »Was sammelst du?« Einblick in meine Sammlung
© Roman Jasiek

Blogparade: »Was sammelst du?« Einblick in meine Sammlung

Ich lese viel in anderen Blogs. Mittlerweile mehr, als Beiträge auf Social Media zu verfolgen. Für mich kommt dort einfach mehr persönlicher Inhalt rüber. Zudem entscheidet dort nicht ein Algorithmus, was ich zu sehen bekomme. Blogs, die mich interessieren, folge ich auf verschiedene Weise: entweder als Bookmark, über RSS oder, was mir persönlich am liebsten ist, via Newsletter. Und immer wieder inspirieren mich andere Blogs zu eigenen Beiträgen. Das ist übrigens etwas, was mir an dieser sogenannten Bloggosphäre mit am meisten gefällt. Neulich las ich drüben bei Saphirija auf ihrem Weltenwanderer Blog einen Artikel, der förmlich nach mir zu rufen schien. Denn sie stellte im Rahmen ihrer Bloggerparade die Frage: Was sammelt Ihr? Und warum?

Ha! Wer mein Tun hier einigermaßen aufmerksam mitverfolgt, wird wissen, dass das exakt das Stöckchen ist, über das ich nur zu gerne springe. Daher hole ich nur noch mal kurz Luft und los geht’s!

Der Trieb, irgendwelche Dinge zu sammeln, nur damit sie in meiner Bude herumstehen, von mir beglotzt und bestaunt und ansonsten regelmäßig von Staub befreit werden, ist außerordentlich stark ausgeprägt bei mir. Ich denke, das kann ich so sagen, ohne dabei rote Ohren zu bekommen.

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Zuerst war da He-Man…

Und das war gefühlt auch irgendwie immer schon so. Damals™, als ich noch ein kleiner Steppke war, ging meine Sammelleidenschaft in Richtung Actionfiguren. So richtig überraschen dürfte es die wenigsten (Stamm-)Leser, dass hier meine größte Leidenschaft in Richtung Star Trek ging. Von den unzähligen Figuren, die die Firma Playmates Toys in den 1990er Jahren produzierte, bevölkerten so einige mein Kinderzimmer. Daneben: Star-Wars-Actionfiguren. Natürlich. Für die hatte ich seinerzeit aber nicht sonderlich viel übrig. Die Leidenschaft für Star Wars kam erst später. Und selbstverständlich: He-Man bzw. Masters of the Universe. Genau weiß ich es nicht mehr, würde aber behaupten wollen, dass meine ersten Actionfiguren mit Prinz Adam, Skeletor & Co. zu tun hatten. Vermutlich würde ich heute nicht sehr viel größere, sehr viel teurere Figuren zu meinen Mitbewohnern zählen, hätten meine Eltern mir damals nicht irgendeine He-Man-Figur ins Kinderzimmer gestellt. Aber weil ich eben diese Männeken als Kind hatte und sie damals meine Fantasie beflügelten, habe ich heute sehr viel Spaß mit der gelungenen Umsetzung als Kinofilm gehabt.

…dann kamen die Comics…

Die ganzen Figuren habe ich später, als junger Erwachsener, alle verbimmelt. Das Interesse war weg. Oder nein, es wurde abgelöst von etwas, in das ich auch sehr viel Geld investiert habe: Comics. Auch nicht so überraschend, wenn man sich die Themen dieses Blogs anschaut, oder?

Als Azubi im Buchhandel führten mich meine Wege in den frühen 2000ern jeden Monat zu Modern Graphics nach Berlin-Kreuzberg, wo ich mein gesamtes Azubi-Gehalt in die bunten Heftchen investierte. Es reichte damals nicht aus, einen Comic nur einer bestimmten Figur, einer bestimmten Reihe oder eines bestimmten Autors oder Zeichners wegen zu kaufen. Nö, die US‑amerikanischen Comicverlage fanden in jener Zeit heraus, dass sich mit sogenannten Variant-Covers zusätzlich Geld aus den Taschen dafür empfänglicher Personen ziehen ließ. Also aus meinen. Der Inhalt zwischen Heft A und B war kein anderer, lediglich das Cover unterschied sich. Aber wat willste halt machen, wenn es von Variante B eben nur 500 Stück weltweit gibt! Und Variante C mit Hochglanz und Metalleffekten aufwartet, während Variante D sogar noch vom Zeichner signiert wurde! Da kann man als ernsthafter Sammler doch nur noch sagen: Shut up and take my money, hömma! Teilweise hatte ich auf der U-Bahnfahrt zurück nach Friedrichshain seinerzeit ganz schön zu schleppen, das kann ich Euch sagen!

…dann Magic: The Gathering

Auch das Interesse an Comics flachte zwischendurch mal ab und wurde von etwas anderem abgelöst, was mich lange begleitete: Musik. Dazu gleich mehr. Zwischendurch gab es noch einen kurzen Exkurs in die Welt der Sammelkartenspiele, namentlich: Magic: The Gathering, was ich gelegentlich sogar auch zockte. Aber so richtig wollte der Funke nie überspringen, da mein Freundeskreis dafür nicht sonderlich empfänglich war und nur mit den Karten spielte, die sich in meiner Sammlung fanden. Das war also insgesamt kaum mehr als ein Hineinschnuppern in eine Welt, die sich anderenfalls vermutlich als Fass ohne Boden entpuppt hätte.

…und dann die Musik

Nicht zuletzt durch meine Tätigkeit als Blogger kam dann die Musik – und blieb lange. Und ein bisschen vergleichbar mit der Variant-Cover-Sammelei bei Comics wurden bei Musik nicht nur die normalen CDs gekauft und eingeschweißt ins Regal gestellt. Nö, wenn es auch noch irgendeine Form von Limited Edition gab – und leider Gottes gab es die sehr häufig –, wurde natürlich zusätzlich auch noch diese angeschafft. Je nachdem, wie wichtig mir ein Künstler oder eine Band war, auch alle verfügbaren Versionen. Das ging bis zu Importen aus dem Ausland, so ich diese irgendwie in meine schwitzigen Griffel bekommen konnte.

Gehört habe ich die Musik von diesen Tonträgern aller Geschmacksrichtungen selbstverständlich nie. Stattdessen wurde entweder die Musik für den Konsum noch bei iTunes gekauft (die Industrie hat echt gut an mir verdient!) oder mittels des Promo-Materials (CD oder Download), das mir die Labels zur Verfügung gestellt hatten. Aber auch diese Begeisterung verebbte irgendwann. Aus vielerlei Gründen, die oft mit Enttäuschungen über die kunstschaffenden Personen zu tun hatten, hat Musik heute nicht mehr den gleichen Stellenwert für mich wie noch vor der Pandemie. Wenn nicht Taylor Swift angeschrieben steht, ist das Interesse mittlerweile oft leider nur noch überschaubar. Abgelöst wurde die Musik während der Pandemie von etwas anderem, quasi einer Art „Back to the roots“. Figuren nämlich.

Und jetzt sind da (wieder) Figuren: groß, teuer und unfassbar gut!

Zunächst investierte ich mein sauer verdientes Milchgeld in Star-Wars-Figuren. Die Firma Hasbro hatte nämlich irgendwann die sogenannte Black Series auf den Markt gebracht. Deutlich größer als die Plastikkumpel, die ich seinerzeit in meinem Kinderzimmer herumstehen hatte, und auch deutlich detaillierter. Und wie sich das für einen echten Black-Series-Sammler gehörte (jedenfalls war das immer meine Vermutung), wurden diese Figuren niemals ausgepackt. Natürlich nicht, schließlich betrachtete (und tue es noch heute) ich meine Figurensammlung gewissermaßen auch als eine Art Wertanlage.

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Die Black-Series-Figuren (u. a. Mando in allen möglichen Varianten (erkennt Ihr ein Muster?)) wurden nicht nur nicht ausgepackt, sondern zudem in eigens dafür angefertigte kleine Acrylboxen gepackt. Damit sie vor UV-Strahlung, Staub und zwischenzeitlich ebenfalls in den Haushalt eingezogene Kleinkinderhände geschützt waren. Von diesen Figuren hatte ich so einige angesammelt. Ein paar davon waren günstige Anschaffungen, andere… nicht. Und auf der Suche nach neuen… äh… Inspirationen, welcher Sternenkrieger als nächstes einziehen könnte, wurde ich auf Figuren der Firma Hot Toys aufmerksam. Mit einer Größe von rund 30 cm um einiges größer, als das, was ich bisher kannte, und preislich ungefähr 10‑mal so teuer.

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Lange tigerte ich virtuell in den Shops herum. Überlegte, ob ich es mal wagen sollte, eine derart teure Figur zu kaufen. Und irgendwann tat ich es. Bestellte meine allererste Figur der Firma Hot Toys: einen Spider-Man, der einem Spidey aus einem der Videospiele von Insomniac nachempfunden war. Mit einem Preis von mehr als 250 Euro teurer als vieles, was ich in meiner Laufbahn als Sammler je gekauft hatte!

Dieser Spidey kam – und da war es im Prinzip um mich geschehen. Nie zuvor hatte ich etwas gesehen, das derart beeindruckend war hinsichtlich der Ähnlichkeit (oder Likeness, wie man, so lernte ich es später, in Fachkreisen nennt), der verwendeten Materialien (viele Figuren sind in filigran genähten Stoffgewändern gekleidet und nicht einfach nur 100% Plastik), der Details, der Präsenz und so weiter… – ich war geflasht! Das Interesse an meinen Black-Series-Figuren war von jetzt auf gleich komplett erloschen. Ich wusste: Mein Leben als Sammler würde fortan nur noch mit diesen Sixth-Scale-Figuren – denn das ist der Maßstab dieser kleinen Leute: 1:6 – von Hot Toys & Co. weitergehen!

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Figuren im Maßstab 1:6 verfügen über einen hohen WAF

Zum Glück bestätigte sich meine Vermutung, mit den Black-Series-Figuren eine Wertanlage herumstehen gehabt zu haben. Daher konnte ich mit dem Erlös dieser Figuren einen ersten Grundstock an neuen, viel größeren und in jeder Hinsicht viel, viel besseren Figuren anschaffen. Und heute? Bin ich so richtig drin in diesem Game! (Wer behauptet, ich sei hier in einen Kaninchenbau gefallen und nie wieder herausgekommen: stimmt!)

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Derzeit liegt mein Sammelschwerpunkt wieder auf Star-Trek-Figuren (Ihr erkennt doch aber spätestens jetzt ein Muster, oder?), die von einer Firma namens EXO-6 in relativ kleiner Auflage produziert werden. Mittlerweile ist mein Sternenflottenmuseum auch entsprechend angewachsen; derzeit wohnen über 20 dieser kleinen Leute bei uns. Einige weitere sind vorbestellt, eventuell auch schon auf dem Weg aus Hongkong zu uns. Daneben, und damit kommen wir zum Knackpunkt und der Frage nach dem Warum, sammle ich Marvel, ein bisschen DC und Film- bzw. Kinohelden meiner Kindheit.

Diese Figuren, die selbst von denen mit einiger Faszination bestaunt werden, die sonst für solcherlei Firlefanz so rein gar nichts übrig haben, bringen mir Freude.

Sie bewahren für mich Erinnerungen an meine Kindheit. Sie stehen stellvertretend für die Charaktere, die sie repräsentieren, und welche Vorbildfunktion oder Inspiration sie für mich haben. Wie andere Leute stundenlang vor einem Aquarium hocken können und dabei zusehen, wie Fische mit leerem Gesicht lustige Blubberblasen machen, während sie von A nach B und wieder zurückschwimmen, so kann ich stundenlang vor meinen Figuren sitzen oder stehen, die vielen feinen Details bewundern und wie echt sie manchmal trotz der immer noch recht kleinen Größe wirken. Und fühle dabei inneren Frieden.

Übrigens: Wenn es nicht gerade professionelle Produktfotos sind, bringen nur die wenigsten Fotos wirklich rüber, wie mega cool die Figuren wirklich sind, wenn man sie in der Hand hat und live und in Farbe bestaunen kann. Selbst meine Liebste, grundsätzlich bezüglich der Leidenschaft für solcherlei Kinkerlitzen völlig unverdächtig, hat schnell erkannt, wie wichtig mir diese Figuren sind, und sie als Teil unseres gemeinsamen Weges akzeptiert. Dass die Figuren, von denen die Hersteller immer behaupten, sie würden Museumsqualität bieten, tatsächlich von enorm hoher Qualität und daher echte Blickfänger sind, hat die Akzeptanz natürlich sehr erhöht. Ein Glück für mich. Ich glaube sogar inzwischen, dass sich unsere Wohnung mittlerweile irgendwie seltsam leer anfühlen würde, wenn diese Figuren hier nicht herumstünden.

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Derzeit wohnen ein paar Figuren bei uns im Wohnzimmer. Die allermeisten im Moment aus Platzgründen zusammen mit einem astronomisch teuren Batmobil im gleichen Maßstab, jedoch noch auf dem Flur. Es mag noch ein bisschen dauern, bis wir die finale Parkposition für die mittlerweile aufgerundet knapp 50 Figuren (Tendenz ständig steigend) gefunden haben. Es gibt bereits Ideen, die aber noch viel Zeit, Arbeit und auch die ein oder andere Investition bedeuten. Denn am Ende sollen alle Figuren in beleuchteten, staubgeschützten Vitrinen stehen. Wie gesagt, das dauert noch, aber es eilt nicht. Hier ist auch der Weg das Ziel.

Es ist, Stand heute, sehr gut möglich, dass dies die eine Sammelleidenschaft ist, die gekommen ist, um zu bleiben. Ich kann mich nicht erinnern, welche Sammelei zuvor mir die gleichen Glücksgefühle bescherte. Die Community der Sammler, die sich mit einem freut, wenn man einen Neuzugang (oder einen lange gesuchten Schatz, in Fachkreisen „Grail“ genannt) erworben hat, oder mit vielen Tipps zur Seite steht, hat da gewiss auch einen nicht unerheblichen Anteil daran.

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So. Das soll es mit dem kleinen Einblick in meine Biografie als Sammler von Dingen, die herumstehen und verstauben, gewesen sein. Sammelt Ihr irgendwelche Dinge? Lasst es mich gerne wissen, entweder hier als Kommentar oder auf einem Kanal Eurer Wahl.

Roman Jasiek

Hi, ich bin Roman! Ich bin ein Kind der 80er und schreibe seit Ende der 1990er-Jahre Dinge ins Internetz. Mein Herz schlägt für Musik, Comics, Collectibles, Essen, Reisen, Wandern und meine Lieblingsmenschen.