Wie schon im Vormonat beteilige ich mich auch im September am Bloggerschnack der Bloghexen. Ob das künftig jeden Monat so ist, wird sich zeigen. Hängt wohl sehr von der jeweiligen Fragestellung ab, denke ich. In diesem Monat ist es aber erneut ein Thema, das ich spannend finde, weil es mich zwingt, oft eher diffuse Gedanken und Gefühle klar zu benennen. Zudem befinde ich mich nach dem Zwischenfall neulich, der mich einmal kurz ins Jenseits und wieder zurück beförderte, gerade auf Reha und habe viel Zeit, über solcherlei Dinge nachzudenken. Die Fragestellung des Monats September 2026 lautet: Was ist mir an meinem Blogdesign wichtig?
»Design ist nicht nur, wie es aussieht oder sich anfühlt. Design ist, wie es funktioniert.« (Steve Jobs)
Ich könnte nun mit verschiedenen Buzzwords aus der Welt der Webentwicklung um die Ecke kommen und erklären, dass das Design aufgeräumt und responsive sein muss, also auch auf einem mobilen Endgerät eine schicke, gut nutzbare und schnelle Figur abgeben sollte. Ich könnte noch das Thema Barrierefreiheit hinterherschicken sowie möglichst gute Wertungen in Googles PageSpeed Insights.


Allerdings wäre das nur Teil der Wahrheit.
Tatsächlich liegt ein ganz großes Augenmerk auf einer optischen Gestaltung, die mir gefällt, die ich schön und ansprechend finde. Und zwar auf Geräten größer als einem Smartphone. Ich bin in diesem Internetz unterwegs seit jenen Tagen, als einem AOL noch verkündete, man hätte Post. Und dementsprechend bin ich vermutlich in dieser Hinsicht mehr oldschool, als ich es mir manchmal selbst eingestehen wollen würde. Nicht zuletzt wegen meines früheren beruflichen Backgrounds weiß ich, dass das Internet heutzutage vor allem Smartphone, Apps und KI bedeutet, daher alles möglichst schnell und ohne Schnickschnack funktionieren muss und der Sinn für schlichte, aber schöne Websites/Blogs nach meinem Empfinden immer mehr in den Hintergrund rückt bzw. sich auf dem Weg in Richtung Bedeutungslosigkeit entwickelt. Ein Trend, dem ich mich ganz klar widersetze. Das gilt auch für die Inhalte. Meine Texte sind bewusst selten wirklich kurz, aber das ist ja vielleicht noch ein anderer (Blogger-)Schnack.
»Gutes Design ist so wenig Design wie möglich.« (Dieter Rams)
Mir war bei meinem aktuellen Blog wichtig, dass er schlicht, aufgeräumt und sowohl in hell als auch in dunkel freundlich und gut navigierbar ist. Daher herrschen vor allem im Light-Mode warme Farben. Die Inspiration für das Design der Startseite, mit den einzelnen Kacheln, ist an die Covergestaltung des Diogenes Verlags angelehnt. Mein Lieblingsverlag. Da spricht der ehemalige Buchhändler in mir. Dieser Gedanke zieht sich auch durch die eigentlichen Beiträge. Eine Seitenleiste, die viele Blogs nach wie vor pflegen, halte ich mittlerweile für unnützen Schnickschnack, der das Gesamterscheinungsbild viel unruhiger wirken lässt, als es eigentlich müsste. Bei früheren Blogs hatte ich ebenfalls eine prall gefüllte Sidebar, mittlerweile bin ich aber auf dem Trip „weniger ist mehr“. Dies jedoch, ohne in absoluten Minimalismus zu verfallen. Es ist eher so ein „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“-Ansatz, den ich hier fahre. Daher habe ich kürzlich auch die statischen Seiten in Slashes zusammengefasst, um das Menü somit weiter zu entschlacken.
Ein anderer Punkt, der mir wahnsinnig viel bedeutet, ist die Typografie. Ich habe einen ausgemachten Fimmel für schöne Schriften und die richtige Kombination aus Fonts für Überschriften, Fließtext und sonstige Beschriftungen zu finden, ist manchmal schon eine Kunstform für sich. Ich habe mich nach langem Probieren und noch mehr Versuch und Irrtum dazu entschieden, Schriftarten zu lizenzieren, die auch das Magazin DER SPIEGEL für seine Printausgabe verwendet. Für mich eine der schönsten, zumal gut lesbarsten Schriften seit Erfindung des Kirschkernentsafters für zu früh geborene Sparschweine!
»Die Kleinigkeiten machen die Perfektion aus, aber Perfektion ist keine Kleinigkeit.« (Michelangelo)
Außerdem wichtig: viele kleine Details, die vermutlich kaum jemand bewusst wahrnimmt, in deren Umsetzung ich mich aber sehr hineinsteigern kann. Zwei Beispiele, die ich hier kürzlich eingesetzt habe:
Einerseits ging es mir auf den Saque, dass Websites, wenn man auf eine Unterseite bzw. auf einen Blogbeitrag klickt, einen „harten Übergang“ haben. Es ist schlecht zu beschreiben, fällt den meisten Usern vermutlich nicht auf, stört aber den Ästhetikmonk in mir ganz enorm. Also habe ich dafür gesorgt, dass bestimmte Elemente (wie zum Beispiel die Hintergrundfarbe) beim Seitenwechsel einfach erhalten bleiben. Ich erspare Euch an dieser Stelle die technischen Details. Wichtig ist nur das Ergebnis. Das sorgt nämlich nun für einen (nach meinem Empfinden) sehr viel smootheren Übergang zwischen verschiedenen Seiten oder Blogbeiträgen. Wäre das jemandem aufgefallen, wenn ich es an dieser Stelle nicht erwähnt hätte? Vermutlich nicht. Befriedigt das mein ästhetisches Empfinden und macht für mich die Sache nur noch runder? Na aber hallo!
Eine andere Kleinigkeit ist die Animation, wenn man zwischen Light- und Dark-Mode wechselt. Es ist nach einigem Gefummel nun eine kreisförmige Animation, die, vom Icon für den Farbwechsel ausgehend, sich über den ganzen Hintergrund erstreckt und die darunterliegende Seite transparent darstellt. Andere Websites würden einfach von jetzt auf gleich von hell zu dunkel und zurück wechseln, aber auch das war mir zu wenig.
»Perfektion ist nicht dann erreicht, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.« (Antoine de Saint-Exupéry)
Und so finde ich immer wieder neue Dinge, an denen ich herumfeile, bis ich zufrieden bin. Anzumerken ist aber, dass ich mit dem momentanen Stand der Dinge so zufrieden bin, wie vermutlich noch mit keinem meiner Blogprojekte zuvor.
Was ich übrigens gar nicht mag: Banner, Werbeeinblendungen, Pop-ups und alles Weitere an Blingbling, was die Geduld der Besucher (über-)strapaziert. Ich weiß, dass viele Websites zumindest in Teilen von den Einnahmen leben müssen, die die Einblendung von Google-Anzeigen mitbringt. Inzwischen sind viele Websites (und immer öfter auch Blogs) damit so überfrachtet, dass der eigentliche Content kaum noch sichtbar ist oder erst, wenn man drölfzig Banner weggeklickt hat. Wird es bei mir niemals geben. Nichts zerstört ein Design mehr als dieser Werbemüll!
»Kreativität bedeutet, Dinge zu sehen, die andere nicht sehen, und über den Rand des Bekannten hinauszuschauen.« (unbekannt)
Ich hoffe, ich konnte Euch hiermit einen kleinen Eindruck davon geben, was mich bei der technischen und optischen Gestaltung dieses Blogs an- und umtreibt. Ich fand es im Rahmen dieses Bloggerschnacks übrigens sehr spannend, zu lesen, welche gestalterischen Schwerpunkte andere Blogger gesetzt haben und was für Überlegungen bei ihnen zugrunde gelegen haben. Falls Ihr mehr erfahren möchtet, anbei ein paar weitere Teilnehmer des Bloggerschnacks 09.20206: