Wie die Apple Watch vermutlich mein Leben gerettet hat
© Roman Jasiek

Wie die Apple Watch vermutlich mein Leben gerettet hat

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle die Geschichte über die jüngst vergangene Schiffsreise erzählen. Das allerdings schiebe ich noch ein wenig auf, zugunsten einer anderen, denkwürdigeren Erzählung. Gerade sitze ich aus Gründen der Zeitüberbrückung in einem Co-Working-Space in Magdeburg, Bunte Butze nennt sich der Laden. Ich fühle mich ein bisschen wie diese coolen Hipster-Leute, die bei Starbucks mit ihren MacBooks herumsitzen und an einem Coffee-to-go nippen, auf dem ihr Name in denkbar falscher Schreibweise draufgekritzelt wurde. Kaffee habe ich gerade keinen, dafür aber Tee, und vielleicht ist das auch ganz gut so.

Bereits dreimal hat mich meine Apple Watch darauf hingewiesen, dass es Anzeichen dafür gäbe, dass mit meinem Blutdruck möglicherweise irgendwas nicht so ganz richtig ist.

Am 27.10.2025, am 26.12.2025 und dann noch einmal am 25.01.2026. Gemerkt habe ich natürlich nichts, zumal mir bekannt ist, dass eine Klappe einer Herzkammer etwas weicher, somit durchlässiger ist und Geräusche verursacht. Zudem schlägt mein Herz fast immer so schnell, dass man annehmen könnte, es mache Doppelschichten.

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Nach der dritten Meldung dieser Art kam mir das dann aber doch verdächtig vor. Und ich überprüfte zeitnah meinen Blutdruck mit einem Oberarm-Messgerät, das ich mir von Nicoles Oma geborgt hatte. Und die gemessenen Werte entlockten Nicole ein mehr als erstauntes „Uh!“ und ließen mir spontan die Farbe aus dem Gesicht weichen.

186 zu 123. Uff.

Ein normaler Blutdruck liegt bei unter 120/80 mmHg, ab 140/90 mmHg spricht man von Bluthochdruck. Weitere Messungen am gleichen Wochenende bzw. in den Tagen danach ergaben ähnlich hohe Werte, teilweise sogar an die 200 zu irgendwas über 130, weswegen ich bei nächstmöglicher Gelegenheit bei meinem Hausarzt vorstellig wurde. Ich bekam ein Gerät zur 24-Stunden-Überwachung umgeschnallt, das alle 15 Minuten meinen Blutdruck maß. Guess what? Er bewegte sich in ähnlichen Dimensionen.

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Um der Ursache auf den Grund zu gehen, waren diverse Untersuchungen erforderlich. Es sieht derzeit danach aus, als hätte ich insofern einfach Pech gehabt und schon in vergleichsweise jungen Jahren den altersbedingten Bluthochdruck bekommen, den die allermeisten von uns eines Tages bekommen werden. Die einen später, die anderen, so wie ich, früher. Mittlerweile nehme ich entsprechende Tabletten und bin unter Beobachtung, der korrekten Dosierung wegen. Und weil man herausfinden möchte, ob sich der Blutdruck damit nach unten regulieren lässt. Oder ob weitere Maßnahmen/Untersuchungen erforderlich werden. Derzeit scheint es, als würden diese ihren Job tun und die Dinge regeln, sodass weitere, sehr viel dramatischere Ursachen wohl ausgeschlossen werden können. Was mich gleichermaßen extrem beruhigt wie freut.

Aber:

Ohne den Hinweis meiner Uhr wäre ich vermutlich nicht darauf aufmerksam geworden und hätte dann ziemlich dumm aus der Wäsche gekuckt, wenn mich ein Schlaganfall oder Herzinfarkt dahingerafft hätte. Wer weiß, wie lange ich damit schon durchs Leben gelaufen bin, ohne das bemerkt zu haben? Oft genug macht sich hoher Blutdruck nicht bemerkbar und viel zu oft ist es auch zu spät, wenn er erkannt wird. Daher nochmals: Irgendwelche körperlichen Symptome habe ich nicht verspürt, die darauf hätten schließen lassen können!

Daher achtet auf Euer Herz und lasst den Blutdruck regelmäßig checken! Und tut Hinweise Eurer Smart Devices nicht als Spielerei ab. Sie können Arztbesuche natürlich nicht ersetzen. Aber sie können erste Hinweise liefern und Euch auf die richtige Spur bringen. In diesem Sinne: Danke, Apple!

Roman Jasiek

Hi, ich bin Roman! Ich bin ein Kind der 80er und schreibe seit Ende der 1990er-Jahre Dinge ins Internetz. Mein Herz schlägt für Musik, Comics, Collectibles, Essen, Reisen, Wandern und meine Lieblingsmenschen. Ich lebe und arbeite in Gardelegen.