Fakt ist: Nie und nimmer nicht kann man alle Erlebnisse, die man während einer siebentägigen Kreuzfahrt erlebt, in einen Reisebericht packen! Ich habe es in der Vergangenheit bekanntlich schon mehrmals probiert. Wenn es gut läuft, hat man nach seiner Rückkehr alles Gesehene und Erlebte irgendwie verarbeitet. Und trotzdem werde ich es nachfolgend wieder probieren, die vielen Eindrücke einer Kreuzfahrt mittenmang der Kanaren, bis hin nach Madeira, in einen Blogbeitrag zu kippen. Eventuell holt Ihr Euch noch ein kühles Getränkchen dazu oder Tee und was zu knabbern. Ich kann wie so oft nicht davon ausgehen, dass es nicht doch wieder ein länglicher Beitrag wird. Fangen wir mal an.

Die Idee, ein Schiff zu besteigen – oder in meinem Fall: erneut an Bord zu gehen – wurde irgendwann im Sommer des vergangenen Jahres geboren. Genau weiß ich es nicht mehr, aber es könnte bei einem der gemeinsamen Ausflüge von Nicole und mir ins Rayonhaus in Magdeburg gewesen sein. Wo wir, wie so manches Mal, bei einem lecker Getränkchen und ein paar Schnittchen den Urlaub auf den Malediven noch einmal Püree massieren ließen. Müsst Ihr wissen: Nicole und ich können unsere Tage ganz wunderbar damit verbringen, nichts zu tun als auf uns umgebendes Wasser zu glotzen. Also neben Wandern oder Essen, versteht sich.

Die Überlegung war daher: Was wäre denn, wenn der Aufenthaltsort auf dem Wasser nicht statisch, also kein entzückendes Eiland inmitten des Ozeans, wäre, sondern beweglich? Sprich: Ein Schiff, das schwimmt und schwabbelt, mitsamt einer Person darauf, die dämlich sabbelt (also ich)?

Dieser Gedanke brauchte noch ein Weilchen, um zu reifen, zumal Nicole, obwohl schon durch die halbe Welt getingelt, unsicher war, ob ihr diese Form des Reisens zusagen oder gar bekommen würde. Stichwort Seekrankheit und so. Im Spätsommer war die Entscheidung gefallen, eine Kreuzfahrt anzutreten. Nicht zuletzt meines missionarischen Eifers wegen ist es zu verdanken gewesen, dass unsere Wahl auf TUI Cruises gefallen ist. Eine Reederei, mit der ich in der Vergangenheit schon gute Erfahrungen gemacht hatte und die ich aufgrund des Konzepts für die beste Wahl für ein Paar in der Mitte des Lebens halte.

Die Wahl fiel auf 7 Tage Kanaren mit Madeira mit der Mein Schiff Relax, dem zum Zeitpunkt unserer Reise neusten Schiff in TUI Cruises’ Wohlfühlflotte. Der nächste Kahn, die Mein Schiff Flow, steht zwar schon in den Startlöchern, wir aber waren für eine kleine Weile mit dem modernen Flaggschiff unterwegs. Der Zeitraum passte auch ganz wunderbar: vom 8. bis zum 15. Februar 2026. Wir erschlugen damit quasi mehrere Fliegen mit einer Klappe: Meinen Geburtstag (8. Februar), unseren Jahrestag (14. Februar) und dem garstigen Winter in Deutschland konnten wir damit auch für eine Woche entfliehen. Und so sollte es geschehen.

Wir buchten unsere Reise im Reisebüro de Luna in Magdeburg. Definitiv eine Empfehlung unsererseits, da die Dame auf der anderen Seite des Tresens nicht nur bemüht, geduldig und sehr freundlich war, sondern auch für jede Frage eine Antwort hatte. Inkludiert in diesem Komplettpaket war auch ein Zug-zum-Flug-Ticket. Somit machten wir uns bereits am Vortag auf nach München.

München übrigens deshalb, weil ich noch nie in München war, Nicole aber schon, und sie mir gerne noch ein paar schöne Orte der bayerischen Hauptstadt zeigen wollte. Zudem brachte der Abflug von Müüünchen es mit sich, dass wir sehr viel früher auf Gran Canaria, dem Startpunkt unserer Reise, ankommen würden, als wenn wir beispielsweise von Berlin aus losgedüst wären. Da die Uhr ab Tag 1 läuft, auch wenn man offiziell erst ab 15 Uhr einchecken kann (Spoiler: Wir konnten früher!), wollten wir möglichst viel vom Urlaub haben. Über den Ausflug nach München äußere ich mich ggf. noch zu einem späteren Zeitpunkt. Für diese Erzählung steige ich wieder an dem Punkt ein, nachdem unser Flieger, ein allenfalls semi-bequemer Jet von TUIfly, auf Gran Canaria gelandet war.

Tag 1: 08.02.2026 - Las Palmas (Gran Canaria)
Nachdem wir irgendwann unser Gepäck eingesammelt hatten, folgten wir den Schildern und Hinweisen des von TUI Cruises am Flughafen platzierten Personals und fanden uns in dem Bus ein, der uns über die Insel zu unserem Schiff kutschierte. Ganz schön: Um das Großgepäck von zwei Koffern kümmerte sich fortan die Reederei. Wir überließen es am Bus seinem Schicksal und fanden es später mit Bezug der Kabine vor eben selbiger sauber aufgereiht. Die Busfahrt dauerte gute 25 Minuten, und da wir einen Platz ganz vorn ergattert hatten, konnten wir alsbald das nach wie vor monströs große Schiff schon von weitem bestaunen. Das Bestaunen der schieren Größe hat übrigens über die gesamte Reisedauer nicht nachgelassen. Was für ein Koloss! Und ja, wir wissen, dass die Mein Schiff Relax bei weitem nicht der dickste Hecht im Karpfenteich ist.

Angekommen am Kreuzfahrtterminal beschlossen wir, zunächst mal gegen den Strom zu schwimmen. Sich antizyklisch auf und um das Schiff herum zu bewegen, hat sich als sinnvolle Strategie erwiesen, um den nicht unerheblich vielen Menschen, die sich an Bord befanden, gut aus dem Wege gehen zu können. Rund 4000 Passagiere fasst das Schiff, und dank allgemeiner Winterferienzeit sind wir davon ausgegangen, dass die Bude gerammelt voll war. Wir pilgerten zunächst zum Heck des Schiffes, um dort ein Selfie zu machen. Und vor allem auch, um mit einem mitgebrachten Piccolöchen und zwei Becherchen auf meinen Geburtstag und vor allem auch auf eine schöne Reise anzustoßen. Anschließend machten wir uns dann aber doch auf den Weg ins Schiffsinnere.

Das so zu handhaben, hat sich als gut und richtig erwiesen. Den ersten Andrang beim Check-in hatten wir somit nämlich überwunden. Apropos Check-in: Solltet Ihr Kreuzfahrtneulinge sein, richtet Euch darauf ein, dass Ihr beim Betreten des Schiffes jedes Mal durchleuchtet werdet, ähnlich wie es am Flughafen auch passiert. Und zwar jedes Mal, wenn Ihr an Bord geht, ganz gleich, ob Ihr den Bumms das erste Mal betretet oder von einem Landgang zurückkommt. Dass das im eigenen Interesse passiert, dürfte auf der Hand liegen, wa?

Unser allererster Halt war auf dem Sonnendeck. Nach den quälend langen, kalten und dunklen Wintermonaten wollten wir direkt ein paar Sonnenstrahlen einfangen. Was wir auch taten. Selbstverständlich taten wir diesen ersten Akt des Relaxens – schließlich wollten wir dem Namen des Schiffes alle Ehre machen! – mit einem kühlen Getränk. In fast schon liegender Position, sämtliche Gliedmaßen von uns gestreckt. Das Haaaaaaaaach! müsst Ihr an jenem Morgen doch selbst in Deutschland noch gehört haben! Danach kam das erste Hüngerchen, weswegen wir an der ersten Futterstation an Bord Halt machten. Ich kann leider nicht mehr sagen, welche das war. Irgendwo weit oben, denke ich, und irgendwo draußen. War es der Harbour Market? Oder doch das Pool Bistro? Das Mein Schiff Bistro? Ick weeßet nisch mehr! Ist auch egal. Geschmeckt hat es jedenfalls.

Und das möchte ich an dieser Stelle direkt mal einfügen: Hunger leiden muss man an Bord wahrlich nicht. Wir empfanden alle Speisen als sehr gut bis herausragend gut. Und wir haben nur die inkludierten Restaurants ausprobiert und haben selbst dort nicht alles einmal testen können, was angeboten wurde. Wer an Bord nichts findet, was den Gaumen erfreut, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit selbst schuld. Zumal auch jedwede Ernährungsform oder Lebensmittelunverträglichkeit entsprechend berücksichtigt werden kann, wenn man nur die entsprechenden Meldebögen ausfüllt. Kulinarisch war die Mein Schiff Relax somit für uns ein Hauptgewinn!

Gesättigt und gestärkt führte uns unser Weg weiter in unsere Kabine, die zwischenzeitlich zum Bezug freigegeben war. Eine entsprechende SMS informierte uns darüber. Unser Wohnzimmer für die kommenden Tage war eine reguläre Balkonkabine auf Deck 9, direkt mittschiffs. Ich glaube, viel zentraler kann eine Kabine kaum liegen. Weil die Frage in Foren und Gruppen auf Social Media immer wieder mal aufkommt: Nein, von dem sich durch die Lage der Kabine in unmittelbarer Nähe befindlichen Fahrstuhl haben wir gar nichts gehört, auch nicht von der Inanspruchnahme des Wasserspenders nahe der Fahrstühle. Zudem empfanden wir die Kabine als angenehm groß, sodass sich hier bei Schietwedder eine prima Möglichkeit des Rückzugs aufgetan hatte.

Fun-Fact: Wir verbrachten sehr wenig Zeit in unserem Schlafgemach. Tatsächlich nur, um am Ende langer Tage irgendwann ins Bette zu fallen. Manchmal schafften wir es noch, den zweiten Fuß nachzuziehen, manchmal nicht. Wenn es an irgendwas mangelte während dieser Reise, dann an Schlaf. Denn auch wenn wir nie vor Mitternacht in der Koje waren – im Alltag horchen wir für gewöhnlich ab 22 Uhr an der Matratze –, so war der innere Wecker nach wie vor aktiv und meist waren wir schon ab 6 Uhr wieder zugange. Es ist aber auch einfach zu viel zu glotzen, zu staunen, zu machen, zu erleben und zu genießen während so einer Reise, sodass Schlaf die erste vakante Position ist, auf die sich verzichten lässt!

Nachdem wir unseren Kram in den vorgesehenen Schränken und Schubfächern verstaut hatten, beschlossen wir, noch eine Runde an Land zu drehen. Schließlich hatten wir noch viel Zeit, das Auslaufen war erst für 22:30 Uhr angesetzt. Und vor allem hatten wir uns vorgenommen, diese Reise mit einer anderen Leidenschaft von uns zu kombinieren. Essen ist klar, ja, aber gemeint ist tatsächlich das Wandern. Und somit machten wir uns von Bord und erkundeten in einem rund zweistündigen Spaziergang ein wenig von der Gegend rund um den Hafen Gran Canarias und ließen uns dabei noch weiter von der Sonne küssen. Ihr macht Euch ja keine Vorstellung davon, wie gut das getan hat!

Nach dieser entspannenden Beinevertretung kehrten wir zurück an Bord. Und weil wir wieder ein Hüngerchen verspürten und zudem bereits die Abendbrotzeit gekommen war, beschlossen wir, das erste Abendessen an Bord im Atlantik zu genießen. Ein inkludiertes À-la-carte-Restaurant, bei dem man sich aus einer überschaubaren, aber ansprechenden Auswahl ein höchst schmackofatzes 5-Gänge-Menü zusammenstellen kann. Was wir taten. Ihr dürft mir glauben, dass mir direkt schon wieder der Zahn tropft, wenn ich daran zurückdenke. Das Menü bestand aus einer Vorspeise, einer Suppe, einem Zwischengang, dem Hauptgericht und einem Dessert. Dazu wurde uns der Hauswein gereicht. Und wenn man nicht schnell genug Einspruch einlegte, hatten die fleißigen Leute vom Personal direkt schon wieder den Kelch aufgefüllt.

Da man sich an Bord allerhand Dinge auf die To-do-Liste setzen kann, teilweise kostenpflichtig und somit termingebunden, ein kleiner Hinweis für Eure Zeitplanung: Anderthalb bis zwei Stunden solltet Ihr für den Besuch im Atlantik einplanen. Und auch dieser Hinweis sei gemacht: Es kann zu Wartezeiten beim Einlass kommen und mit einem erhöhten Geräuschpegel ist zu rechnen. Vor allem dann, wenn man schon um 18 Uhr das Atlantik ansteuert. Wer sich für die zweite Rutsche ab 20:30 Uhr entscheidet, wird unserer Erfahrung nach nicht nur die charmanteren Plätze bekommen (in Abhängigkeit von der Personenzahl natürlich), sondern auch eine sehr viel ruhigere Atmosphäre mit leisem Gemurmel.

Das erste Auslaufen verbrachten wir anschließend natürlich an Deck. Es ertönt nach wie vor Unheiligs Große Freiheit, wenn ein Schiff der Mein-Schiff-Flotte den Hafen verlässt. Das kann einem natürlich ganz schlimm auf den Saque gehen, aber so ganz leugnen kann man eben doch nicht, dass die Nummer irgendwie zum Geschehen passt. Vor allem dann, wenn man nicht das erste Mal so ein Schiff mit dem markanten, dunkelblauen Rumpf bestiegen hat.

Tag 2: 09.02.2026 - Santa Cruz (La Palma)
Sie ist bekannt als „Isla Verde“ und „La Isla Bonita“, die wald- und niederschlagreichste Insel der Kanaren: La Palma. Und dort gingen wir an diesem Tag in Santa Cruz von Bord. Zunächst hatten wir uns mit einem ausgiebigen Frühstück inklusive Sektchen und einer Runde an Deck, um die ersten Sonnenstrahlen zu erhaschen, gestärkt. Und schon kurz nach 10 Uhr morgens standen wir in unserer Wanderermontur draußen im Hafen. Im Vorfeld hatten wir via Komoot für fast jeden Hafen eine Route geplant. Meist irgendwas zwischen 15 und 20 Kilometer, also eigentlich eine lockere, sehr ausgedehnte Hunderunde.

Eigentlich.
Denn was sich als fiese, kleine Scheißerchen erweisen sollte, waren die Höhenmeter, die vor allem auf Madeira ziemlich schnell ziemlich rasch anzogen. Was Menschen mit einem Lungenvolumen einer zertretenen Einwegflasche (also mich) ziemlich schnell und ziemlich oft aus der Puste brachte. Egal, durchgezogen wurde trotzdem! Ich kann Euch nicht sagen, wohin uns unser Weg auf La Palma führte. Vermutlich gar nicht mal so weit weg vom Schiff, denn die meiste Zeit war es immer noch zu sehen.

Auch wenn es kleiner und kleiner wurde und wir auf La Palma höher und höher wanderten. Bis hin zu einem Aussichtspunkt, den wir als Punkt für eine kleine Pause und einen Zwischenstopp nutzten. Unser Weg führte uns durch schmale Gassen und weitläufige Serpentinen, und, nachdem wir nach gut und gerne vier bis fünf Stunden wieder an Bord waren, galt es als Fazit festzuhalten: Ach doch, war schön!
Dass die Kanaren über einen Charme verfügen, der sich ob der eher kargen und schroffen vulkangesteinigen Landschaft erst erarbeitet werden will, wird sicher bestätigen können, wer schon einmal einen Fuß auf eine der Inseln gesetzt hat. An diesem Tage stellten wir übrigens zum ersten Mal fest, dass mit dem Schiff zu reisen und sich an Bord quasi den Hintern pudern zu lassen und wandern zu gehen, eine ziemlich gediegene Kombination ist.

Der Hafen mag nicht so spektakulär sein wie manch anderer der kanarischen Inseln. Und auch das touristische Angebot vielleicht nicht so umfangreich wie etwa auf Teneriffa, dennoch: Wer gerne auf den Beinen die Welt um sich herum erkundet, wird mit einem Aufenthalt auf La Palma vermutlich gut bedient. Womöglich auch unabhängig von einer Kreuzfahrt. Und hey, schließlich hat Popstar Madonna mit La Isla Bonita der Insel die ultimative Hymne geschenkt! (Dass sie ursprünglich die fiktive Insel San Pedro meinte, klammere ich dabei wohlwissend aus.)

Zurück an Bord probierten wir dieses Mal das griechische Restaurant Taverna Dionysos aus. Griechische Restaurants und wir, das ist so ein Ding, wie Ihr vielleicht schon festgestellt habt. Auch hier bestand unser Essen aus Vorspeise, Hauptgericht und Nachspeise sowie dazu Ouzo und Wein bzw. Bier. Das Essen war so lecker, dass wir uns hätten reinsetzen wollen! Dass die guten Leute im Restaurant vergessen hatten, uns die Nachspeise zu servieren, schieben wir mal auf den Umstand, dass wir dort erst kurz vor Einlassende aufgetaucht sind. Zu verschmerzen ist das, gar keine Frage, sollte aber eigentlich dennoch nicht passieren.

Weitere Stationen dieses ersten richtigen Tages an Bord: ein einmal mehr herausragend gutes Abendessen im Atlantik (ratet mal, wie viele Gänge), ein Besuch im Theater zur Show der Travestie-Künstlerin Gina de l' Amore (oder, wie sie sagte, eine Transistorenshow) und abschließend die White-Night-Party auf dem Pooldeck. Und dann war auch dieser Tag schon wieder vorbei.

Tag 3: 10.02.2026 - Seetag

Wie schon zuvor erwähnt, bewegten wir uns meist antizyklisch durch das Schiff. Und Ausschlafen wird ja auch ohnehin überbewertet. Somit saßen wir auch am Seetag zeitig beim Frühstück im Harbour Market, ebenfalls ein Büfetrestaurant. Für den heutigen Tag standen diverse Dinge auf dem Zettel: das Schiff erkunden, logisch. Unsere Landgänge waren schließlich für Wanderungen vorgesehen. Zudem Teil unseres Tagesplans: ein Besuch in der Sauna, schließlich ist die inklusive. Und da ich noch nie eine ebensolche betreten hatte, war das eine prima Gelegenheit, herauszufinden, ob ich damit was anfangen kann. Spoiler: Ich konnte.

Für Nicole stand zusätzlich eine gebuchte (kostenpflichtige) Massage mit heißer Rolle auf dem Zettel, in der Zwischenzeit wollte ich mir die Vorstellung der Offiziere im Theater ansehen. Die Zeit dazwischen auffüllen mit: Mal hierhin pilgern und mal dorthin, mal hier niederlassen und das bunte Treiben beobachten und dann wieder dorthin. Währenddessen kristallisierten sich auch erste Lieblingsplätze heraus, wie beispielsweise die Sitzsäcke zum Herumlungern an den Fenstern in der Nähe der Mein Schiff Bar auf Deck 5.

Wenn sich eines sagen lässt, dann: Man kann die Zeit an Bord ganz wunderbar mit vielerlei Dingen vertrödeln, ohne dass man sich der permanenten Bespaßung hingeben müsste. Und es lässt sich fast immer auch ein Spot außerhalb der eigenen Kabine finden, um den vielen Menschen an Bord weitgehend aus dem Weg zu gehen. Und noch etwas lässt sich festhalten: Das Schiff bzw. so eine Reise bietet so dermaßen viel, dass sieben Tage eigentlich nicht ausreichen. Immer wieder lockte es uns von diesem oder jenem Ort weg, weil wir dies noch sehen oder das noch machen wollten. Tatsächlich artete dies mitunter ein bisschen in Freizeit- bzw. Luxus-Stress aus. Daher ist die Empfehlung wohl, dass, wenn man sich sicher ist, dass man es verträgt bzw. diese Form des Reisens einem taugt, direkt auf eine längere Reise setzt. Oder, alternativ, gedanklich schon mal mit der Anschlussreise liebäugelt.

Bezüglich der Sauna wissen wir zu berichten, dass beispielsweise die Aufguss-Sauna (nicht probiert) und die Kräutersauna (probiert) sehr modern, sehr schick, recht geräumig sind und einen wunderbaren Blick nach draußen aufs Meer bieten. Da schwitzt es sich doch gleich noch mal so schön mit so einem Panorama. Wir probierten noch die Salzsauna aus, deutlich kleiner, enger und dunkler. Anfälle von Platzangst darf man hier wohl nicht haben, zumal es, nicht zuletzt aufgrund des Themas, hier nicht möglich ist, aufs Wasser zu schauen. Fetzig: Die Duschen mit den drei unterschiedlichen Wärme- und Härtegraden. Der tropische Sprühnebel hatte es mir besonders angetan. Es gibt an Bord auch eine buchbare, allerdings aufpreispflichtige Fasssauna. Eventuell probieren wir die beim nächsten Mal aus. Insgesamt: Wer saunieren mag, kommt an Bord auf seine Kosten. Zumal eben genau diese nicht anfallen.

Von der rund halbstündigen Massage erzählte Nicole, dass der Mann, der sie da durchgeknetet hat, seinen Job sehr ernst genommen hat. So gründlich und intensiv und, ja, auch schmerzhaft, sind ihre beanspruchten Schultern schon lange nicht mehr massiert worden, sagt sie. Wer also seinem Körper etwas Gutes, wenn auch vielleicht im ersten Moment etwas Schmerzhaftes gönnen will, macht mit der Buchung einer der zahlreichen Massagen sicher nichts falsch.

Während sich also Nicole massieren ließ, pilgerte ich über das Schiff. Ich warf einen Blick in die Offiziersvorstellung. Für mich an Bord jedes Mal ein Pflichttermin. Und wie üblich war auch dies ein kleiner Programmpunkt mit einigem Unterhaltungswert. Nicht nur der witzigen Erzählungen des Kapitäns und seiner Besatzung wegen, sondern weil TUI Cruises die Vorstellung seit meinem letzten Beiwohnen um artistische Einlagen wie an Seilen von der Decke baumelnde Artisten erweitert hatte. Anschließend führte mich mein Weg auf Deck 3 zur Rezeption. Den Reisefilm bestellen und drei Lose für die Verlosung der Seekarte erwerben. Selbst wenn wir die von Mitgliedern der Besatzung verzierten, echten Seekarten nicht gewinnen sollten – das Geld durch den Erwerb der Lose kam der Besatzung zugute und war daher also so oder so ein Gewinn.

Nachdem Nicole fertig war, sich durchkneten zu lassen, tigerten wir noch ein bisschen übers Sonnendeck, ehe wir beschlossen, dem inzwischen schon wieder vorhandenen Hüngerchen nachzugeben und irgendwo in eines der Restaurants einzukehren. Unsere Wahl fiel dieses Mal auf die Osteria. Ein italienisches Restaurant, bei dem Speis und Trank nur in Teilen inkludiert sind. Wir bestellten unter anderem eine Pizza und Lasagne und waren im Nachgang aus verschiedenen Gründen nicht so richtig begeistert von der Osteria. Zum einen, weil dieses Lokal – im krassen Gegensatz zu sämtlichen anderen Einrichtungen an Bord – für uns irgendwie komplett frei von Charme war. Nur noch in der Mitropa zu hocken, konnte schöner sein, um es mal überspitzt auszudrücken. Das Essen war in Ordnung, fiel aber im direkten Vergleich zu den anderen Speisen, die wir bis dahin konsumiert hatten, weit ab.

Irgendwann am späten Abend verschlug es uns noch in die Blaue Flora zur Silent Party. Ihr kennt das sicher: Man bekommt Kopfhörer aufgesetzt und hört das, was man möchte, und alle zappeln quasi zu ihrem eigenen Beat. Drei DJs waren an dem Abend am Start, die alle drei unterschiedliche Musikrichtungen vordudelten. Da dürfte für jeden was dabei gewesen sein. Das Gezappel der Leute mit ihren Kopfhörern, die in unterschiedlichen Farben leuchteten, war witzig anzusehen. Einzig: So richtig in Stimmung sind wir nicht gekommen, wir waren einfach zu müde. Daher beließen wir es bei einem Hereinschnuppern und sind schon nach wenigen Liedern wieder in unsere Kabine zurückgekehrt, um den Tag zu beenden.

Tag 4: 11.02.2026 - Funchal (Madeira)
Mit weitem Abstand der Hafen bzw. die Destination, auf die wir uns im Vorfeld schon am meisten gefreut hatten! Obwohl zu Portugal gehörig und streng genommen keine kanarische Insel, wird das auch als „Blumeninsel“ bezeichnete Eiland gerne und in schöner Regelmäßigkeit von Kreuzfahrtschiffen angesteuert.

Anlaufpunkt für die dicken Pötte ist der Hafen von Funchal, wo wir – erneut nach einem ausgiebigen Frühstück mit Blick aufs Meer – auch an Land gingen. Wir hatten uns mehrere Dinge auf den Zettel geschrieben, die wir in den Stunden bis 22 Uhr erledigt haben wollten. Eine Wanderung, natürlich. Und dabei auch die bisher meisten Höhenmeter abreißen. Es sollte sich herausstellen, dass wir bis zum Ende unserer Reise die hier geschafften 1000 Höhenmeter nicht mehr überbieten würden. Weiterhin wollten wir Poncha probieren, das traditionelle Nationalgetränk Madeiras. Dat Gesöff besteht aus Aguardente de cana (Zuckerrohrschnaps), Bienenhonig, Zucker und frischem Zitronen- oder Orangensaft. Und geht gut in den Kopp.

Kulinarisch standen zudem Pastéis de Nata auf dem Speiseplan. Süße kleine Scheißerchen, die aus knusprigem Blätterteig bestehen, welcher seinerseits ein Herz aus Pudding ummantelt. Mitunter werden die Natas mit Zimt und Puderzucker bestreut serviert. Meeeeega lecker!

Das war aber nur die Kür. Pflicht für uns war die Erkundung per pedes. Und hier wollten wir unbedingt ein paar der sogenannten Levadas entlangwandern. Dabei handelt es sich um ein locker 2000 Kilometer langes Netzwerk aus schmalen, historischen Bewässerungskanälen, welche seit dem 15. Jahrhundert Wasser aus den regenreichen Bergen in den deutlich trockneren Süden leiten. Unter anderem verwendet man diese schmalen Wassergässchen auch für die Landwirtschaft und für die Stromerzeugung. Und: Sie sind weltweit bekannte Wanderwege in unterschiedlichen Herausforderungsstufen. Nicole hatte Madeira irgendwann früher in diesem Leben schon einmal besucht und war schon damals ganz angetan davon.

Also marschierten wir los. Zunächst einmal sehr steile, sehr schmale Gassen hinauf. Und vermutlich haben wir so ziemlich alle Stufen dieser Insel bestiegen. Als wir auf die Idee kamen, die Stufen mitzuzählen, hatten wir bereits die Hälfte des Weges hinter uns gebracht. Es blieben immer noch mehr als 1000 gezählte Treppenstufen übrig. Was tut man nicht alles für einen knackigen Hintern, nicht wahr? Zwischendurch kam uns die Idee, dass wir vielleicht doch auf den Bus umsteigen sollten. Und in dem Moment, als wir uns mit der Entscheidung angefreundet und eine Bushaltestelle erreicht hatten, fuhr uns das Ding vor der Nase weg! Na gut, dann eben nicht. Zähne zusammenbeißen und weiter nach oben. Weitere Stufen, weitere schmale Gassen und vorbei auch an vermutlich jedem Hund dieser Insel, der uns durch die Zäune und hinter den Gartentoren grimmig anbellte.

Irgendwann erreichten wir dann aber doch so ein Plateau – und fanden eine Levada, der wir dann auch folgten. Oh, und was für ein Marsch das dann wurde! Vorbei an einem verlassenen Bungalow-Park, der sich selbst überlassen worden war und wo sich die Natur langsam, aber sicher ihr Territorium zurückeroberte.
Vorbei an steilen Abhängen, die bei einem Fehltritt einen drastischen Sturz in die Tiefe bedeutet hätten! Und vor allem aber durch eine beinahe schon dschungelartige Landschaft, die man nicht anders als mit dem Wort „wunderschön“ beschreiben kann! Ganz anderer Schnack als beispielsweise die urbanen Siedlungen mit Blick auf das Meer und die Kreuzfahrtschiffe, die im Hafen lagen.

Wir folgten diesen Levadas eine ganze Weile, blieben immer wieder andächtig stehen, um die Schönheit der Natur in uns aufzusaugen, und erreichten irgendwann die botanischen Gärten. Unser ursprüngliches Ziel, der Orientierung wegen. Daran liefen wir jedoch nur vorbei, da nach unserem Dafürhalten die Insel selbst schon schön und sehenswert genug war.

Für den Rückweg beschlossen wir dann aber doch, auf den Bus auszuweichen. Wir hatten hier und heute wahrlich genug geleistet. Auf dem Weg zur Bushaltestelle im Bergort Monte kamen wir auch am Startpunkt der traditionellen Korbschlittenfahrt (Carreiros do Monte) vorbei. Falls Euch das unbekannt sein sollte: Zwei weiß gekleidete Fahrer steuern einen Weidenkorb auf Holzkufen eine rasante, ca. zehnminütige Abfahrt in Richtung Funchal (Livramento) hinab. Ein Weilchen beobachteten wir das offenbar sehr vergnügliche Geschehen. Beinahe hätten wir uns auch dazu hinreißen lassen, das zu probieren. Dank Wartezeiten von mehr als 3 Stunden nahmen wir von dieser Idee aber sehr schnell wieder Abstand.

Wieder zurück in Funchal flanierten wir durch eine kleine Markthalle (Mercado dos Lavradores), wo wir endlich die schmackofatzen Natas probierten. Maximalste Gönnung und Genießung nach dieser durchaus anstrengenden Wanderung!
Den Poncha hatten wir bereits kurz vor Erreichen der botanischen Gärten an einem kleinen Kiosk mit Blick auf die Berge probiert. Falls die Frage kommt: Vielleicht wären wir auch mit der Seilbahn zurück nach Funchal gegondelt. Einzig: Ging nicht! Wegen Wartungsarbeiten war die Seilbahn während unseres Besuchs leider außer Betrieb.

Den Abend ließen wir beim Griechen an Bord ausklingen. Nur um anschließend eines der großartigsten Geschmackserlebnisse serviert zu bekommen, die wir – zumindest in Sachen Alkohol – je serviert bekommen haben. Wir kehrten zum Auslaufen in die Captain’s Bar ein, eine der aufpreispflichtigen Bars an Bord. Wir bestellten jeweils einen Cocktail. Und was soll ich Euch erzählen… die beiden Mopeds waren jeden Cent der jeweils 11,90 EUR wert! Nicht nur des Showeffekts wegen (Trockeneis, das mit einer Heißluftpistole zum Dampfen gebracht wurde), sondern auch wegen des irre guten Geschmacks. Solltet Ihr dereinst selbst auf der Mein Schiff Relax unterwegs sein: Gönnt Euch den Ausflug in die Captain’s Bar! Selbst dann, wenn Ihr vorhabt, kein zusätzliches Geld auszugeben.

Unterm Strich war die Insel so wunderbar und fantastisch, wie wir es uns erhofft hatten. Und ganz sicher wird einer der kommenden Urlaube ausschließlich Madeira zum Ziel haben, damit wir noch ganz viel mehr auf diesem blumigen Eiland wandern und sehen können!

Tag 5: 12.05.2026 - Seetag

Den zweiten und leider bereits letzten Seetag verbrachten wir damit, erneut mal hierhin zu pilgern und mal dorthin. Wir hatten keine konkreten Ziele oder Termine, sondern ließen uns treiben. Oder anders: Wir machten dem Namen des Schiffes alle Ehre und relaxten. Unter anderem natürlich damit, lecker Essen zu uns zu nehmen. Empfehlung ist übrigens Le Coq au Vin à L’Ancienne im Sur Mer Bistro auf Deck 5. Irre gut!

Damit wir auch heute die Ringe unserer Apple Watches schließen konnten, drehten wir in unserem üblichen Wandertempo eine Runde von 5 Kilometern auf der Joggingstrecke des Schiffes. Lustiges Detail: Durch die Bewegung des Schiffes hatten die Uhren am Ende angenommen, dass wir über 20 Kilometer gelaufen wären. Ich schätze, diese Rundenzeiten werden wir so schnell nicht wieder toppen!

Ein Besuch beim Bingo stand auf unserem Zettel (und wir hätten auch fast gewonnen, zwei vermaledeite Felder fehlten!), so wie auch die ein oder andere Partie Backgammon, das man sich auf Deck 3 ausleihen konnte. Und Uno! Und ehe wir es uns richtig versehen konnten, war auch dieser Tag wieder vorbei. Zwischendurch lauschten wir auch wieder einer dieser kleinen Bands, die für die angenehme Hintergrundbeschallung in dieser oder jener Bar bzw. auf dem Pooldeck sorgten. Unser Favorit: RadioNation, ein Duo, das nur mit Akustikgitarre ausgestattet, Coversongs zum Besten gab. Sympathische Jungs, durchaus talentiert, denen wir gerne lauschten. Tatsächlich linsten wir immer wieder im Tagesprogramm, wo sie als Nächstes spielen würden, nachdem wir sie für uns entdeckt hatten.

Die Zeit, sie rast nur so dahin an Bord, das kann ich Euch sagen! Irgendwann war auch leider dieser Tag vorbei und unser Urlaub bog langsam in die Zielgerade ein.

Tag 6: 13.02.2026 - Santa Cruz (Teneriffa)
Überrascht es Euch an dieser Stelle noch, wenn ich Euch erzähle, dass wir auch diesen Halt dafür nutzten, zu Fuß zu erkunden, was man eben zu Fuß erkunden kann, wenn der Startpunkt im Hafen liegt? Nee? Hätte mich auch überrascht. So jedenfalls ist es geschehen.

Leider können wir nicht behaupten, dass uns Santa Cruz – bzw. das, was wir davon zu sehen bekommen haben – sonderlich aus den Latschen gehauen hätte. Unsere Route, erneut irgendeinen dieser in Summe nicht gerade knapp bemessenen Berge hinauf, führte uns entlang einer Hauptverkehrsstraße. Erfreulicherweise herrscht auf diesen Serpentinen kaum Verkehr, sodass man dort als Fußgänger gut entlangwandern kann. Das Einzige, was wirklich ballerte, war die Sonne. Unerbittlich brannte sie auf uns hernieder. Pro-Tipp: Auch im Februar macht die Sonne auf den Kanaren ihren Job, daher denkt bitte ggf. an entsprechenden Sonnenschutz. Wir hatten welchen, auch immer einen Hut auf dem Kopp. Und trotzdem pritzelte Klärchen auf unserer Haut.

Abends ging es für uns noch einmal zum Franzosen. Und wieder einmal war das Essen unfassbar gut! Anschließend pilgerten wir zur Whiskey-Verkostung, ebenfalls eine kostenpflichtig buchbare Zusatzleistung an Bord.

Leider hat uns die Verkostung nicht wirklich überzeugt. Sechs verschiedene Sorten Whiskey wurden gereicht, allesamt schottische. Das ist ein bisschen tragisch; wünschenswert wäre ja eher eine kleine Geschmacksreise um die Welt gewesen. Zudem: Der sogenannte Genuss-Offizier war auch nicht so richtig souverän in seinem Tun. Die Texte abgelesen, der Informationsgehalt überschaubar und die Begeisterung … zumindest heute kaum vorhanden. Würden wir nur den offiziellen Teil in die Wertung einbeziehen, bekäme dieser Abend wohl die Schulnote mangelhaft.

Ein cooler Abend wurde es dennoch. Wegen eines anderen Teilnehmers, der, sobald er sich dessen bewusst wurde, dass er nicht zuletzt in uns dankbare Zuhörer gefunden hatte, mit Feuer und Flamme davon erzählte, wie er vom Wein zum Whiskey gefunden hatte. Ein spanischer Landsmann, der in Deutschland wohnte - und offenbar bis oben hin voller Geschichten und Anekdoten steckte, die er voller Begeisterung und Freude mit uns teilte. Sollte er das hier durch Zufall lesen: Vielen Dank, Joaquim, für diesen vergnüglichen und unterhaltsamen Abend!

Tag 7: 14.02.2026 - Arrecife (Lanzarote)
Ihr ahnt nicht, was wir in Arrecife gemacht haben, oder?

Windig war es. Und zwar nicht zu knapp! Wir beschlossen, ein wenig am Strand entlang zu flanieren. Und je mehr wir dem Wasser kamen, umso mehr pfiff der Fuchs! Und zwar dergestalt, dass uns der Sand ziemlich unsanft ins Gesicht geblasen wurde. Sandstrahl-Peeling? Check!

Zunächst dachten wir noch, dass uns Arrecife ähnlich begeistert wie Santa Cruz auf Teneriffa. Zumal wir von so eigenwilligen, dennoch spannenden Dingen wie dem Timanfaya Nationalpark aufgrund der Entscheidung, erneut auf eigene Faust und zu Fuß auf Entdeckungstour zu gehen, nichts mitbekommen haben. Doch in der Stadt war sehr offensichtlich, dass der Fasching vor der Tür stand. Was, wie wir schon in den vorangegangenen Destinationen bemerkten, eine ziemlich große Sache auf den Kanaren zu sein scheint. Überall gab es Kostüme zu kaufen, überall war offensichtlich, dass man sich auf Feierlichkeiten vorbereitete.

Und tatsächlich liefen wir immer wieder in Ereignisse hinein, die so einen charmanten Flashmob-Charakter hatten. Größere Gruppen von Menschen in bunten, fantasievollen Kostümen, die trommelnd und feiernd durch die Straßen zogen und die Aufmerksamkeit aller Umstehenden auf sich zogen. Oder Bühnen, auf denen entweder geprobt oder schon eine musikalische Darbietung zum Besten gegeben worden war. Auch wir blieben immer wieder stehen oder machten extra einen Umweg, wenn wir irgendwo etwas Derartiges bemerkten. Gerne würden wir noch einmal wiederkommen und uns länger vor Ort aufhalten, um mehr von diesem bunten und quirligen Treiben mitzubekommen. Auch Lanzarote haben wir uns daher für einen künftigen Urlaub auf die Wiedervorlageliste geschrieben.

Tag 8: 15.02.2026 - Las Palmas (Gran Canaria)
Auch die schönste Reise kommt irgendwann zu einem Ende. Und wie so oft: viel zu früh! Gerne hätten wir noch mehr Zeit gehabt, hinter viel zu vielen Dingen konnten wir trotz aller Bemühungen keinen Haken setzen. Dennoch ging es gegen 11 Uhr für uns zurück zum Flughafen und um 14 Uhr zurück nach Deutschland. Zeit also, an dieser Stelle zum Abschluss zu kommen und ein Fazit zu ziehen.

Die Mein Schiff Relax ist ein großartiges Schiff! Angenehmes Ambiente, leckere Speisen und Getränke, viele Möglichkeiten zum Zeitvertreib und doch alles ganz zwanglos. Und auch mit rund 4000 Gästen an Bord kann man, ähnlich wie bei den kleineren Schwestern, den vielen Menschen oft prima aus dem Weg gehen, wenn man das möchte. Chillige Rückzugsorte finden sich immer irgendwo und wir hatten nie Probleme, irgendwo ein luschiges Plätzchen für uns zu finden. Anders sieht es freilich aus, wenn das Pooldeck der Place to be ist. Dort ist immer Alarm und Remmidemmi. Das muss jeder für sich entscheiden, ob man sich zum Braten in der Sonne dort niederlassen möchte. Wir wollten nicht; wir waren aber auch viel zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt.

Dennoch gibt es Dinge, die uns nicht gefallen haben und die wir der Vollständigkeit wegen hier trotzdem erwähnen möchten. Genervt haben uns vor allem und ganz besonders andere Mitreisende. Da stehen beispielsweise diese Typen mit riesiger Bierplauze, die den eigenen Pimmel deshalb sicher seit Jahren schon nicht mehr gesehen haben, an der Bar und schnauzen die wie Brummkreisel rotierenden Barkeeper mit den Worten „Hallo!!! Kundschaft!!“ an. Fremdschämen deluxe. Da sind die Muttis, die uns am Teekessel umzingeln und denen man erklären muss, dass, wenn sie mal Platz machen würden, damit man vorbeigehen kann, sie auch an das heiße Wasser kommen würden. Oder die Uschis, die im Buffetrestaurant ungefragt den Stuhl mopsen bzw. sich noch irgendwie dazwischendrängeln. Der Gedanke, Wale über Bord zu werfen, kam uns ehrlich gesagt manches Mal.

Ebenfalls oft eher so semi-begeisternd: das Personal, allen voran das deutsche. Die Jungs und Mädels, die den härtesten Job hatten, von dem wir Kenntnis erlangten (die Runner in den Restaurants beispielsweise oder die Leute vom Housekeeping), waren stets die freundlichsten! Die Leute an der Rezeption hingegen, die haben einen nicht einmal angeschaut, wenn man ein Anliegen vorgetragen hat. Und hey, grundsätzlich begegnen wir allen Leuten zunächst mal freundlich und offen. Gründe, um herumzumoppern, hätte es auf der anderen Seite jedenfalls keine gegeben.

Schade auch, dass als Überraschung gebuchte Dienstleistungen, also die Massage und das Whiskey-Tasting, der Person in Rechnung gestellt wurden, die sie in Anspruch genommen hat. Die Überraschung ist beim Blick auf die Abrechnung bzw. das Bordkonto also durchaus gelungen, wenn auch nicht im positiven Sinne!

Apropos Abrechnung: Der von mir am ersten Seetag bestellte Reisefilm fand sich darauf nicht. Eine Nachfrage an der Rezeption, kurz vor der Abreise, ergab, dass da offensichtlich keine Bestellung aufgenommen worden war. Man versprach, das nachzubuchen und den Film als Downloadlink per Mail zur Verfügung zu stellen. Nun, gebucht wurde direkt, kaum eine Stunde später. Vom Film fehlte leider weiterhin jede Spur. Erst einige Tage und schriftliche Reklamationen unter Androhung rechtlicher Schritte später kam dann der Link. Wegen technischer Probleme hätte sich die Bereitstellung des Films verzögert. Insgesamt war das Reklamationsmanagement seitens TUI Cruises hier leider eine glatte 5. Bedauerlich, dass der letzte Eindruck, den wir von Bord mitgenommen haben, mit einem Geschmäckle versehen war.

Wir halten abschließend fest, dass die Kombination aus schwimmendem Hotel mit all seinen Annehmlichkeiten und jeden Tag in neuer, oft wunderschöner Kulisse wandern gehen, für uns sehr gut funktioniert hat. Und sicherlich werden wir eines Tages erneut so ein Schiff besteigen. Zumal sich die Kanaren als Zufluchtsort vor dem kalten Winter bewährt haben. Mehrmals pro Jahr oder als ausschließliche Reiseform käme eine Kreuzfahrt für uns jedoch nicht in Frage, dafür gibt es im Rest der Welt noch zu viele andere schöne Dinge zu entdecken.

Somit schließe ich diesen Beitrag mit den Worten des leider viel zu früh verstorbenen Roger Willemsen: Man kann das Leben nicht verlängern, nur verdichten. In diesem Sinne.