Vom Mittelalter über Nazi-Deutschland bis in die Zukunft: Im zweiten Band dreht der Zeitreise-Thriller A Vicious Circle weiter auf!
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Vom Mittelalter über Nazi-Deutschland bis in die Zukunft: Im zweiten Band dreht der Zeitreise-Thriller A Vicious Circle weiter auf!

Zumindest in optischer Hinsicht war der erste Band von A Vicious Circle eines der größten Highlights im Comicjahr 2024 bisher! Was Lee Bermejo dort zu Papier brachte, ließ mich von Panel zu Panel (sofern dort überhaupt klassische Panel-Aufteilung gegeben war) und von Seite zu Seite staunend zurück. Mehr als einmal hatte der Mann die Grenze zum Fotorealismus überschritten. Und auch die von Mattson Tomlin geschriebene Story hatte, wenn auch nicht am Rand zur Genialität knabbernd, ein paar spannende Kniffe zu bieten. So begleiteten wir den Attentäter Shawn Thacker auf einer Reise durch die Zeit. Er jagte den Mann, der ihm alles genommen hatte, was er geliebt hatte: Ferris. Das Problem jedoch: Shawn und Ferris eint ein makabres Schicksal. Wann immer sie ein Leben nehmen, reisen sie durch die Zeit und landen irgendwo. Das kann die Zukunft sein, das kann die Vergangenheit sein. Band 2 von A Vicious Circle – Ein Teufelskreis knüpft direkt dort an, wo uns der erste zurückgelassen hatte.

In der Zeit der Dinosaurier nämlich. Thacker ist im Kampf mit Ferris in der Zeit der Urzeitechsen gelandet. Und schon wird aus dem Jäger ein Gejagter, der sich im Duell mit einem T-Rex gegenübersieht. Doch dabei bleibt es nicht. Der wilde Ritt durch die Zeiten katapultiert unseren Anti-Helden auch in die Zukunft, ins Kopenhagen des Jahres 2090 nämlich. Und von dort aus wieder zurück ins Nazi-Deutschland des Jahres 1938, wo Thacker Zeuge wird, wie Ferris Hitler über den Haufen schießt. Mit weitreichenden Folgen. Die Zeit verändert sich, der Holocaust findet nie statt, und schwupps, ist Thacker wieder im New Orleans der 1950er-Jahre, wo er schon einmal war. Natürlich begegnen sich die beiden Kontrahenten auch hier. Zwischendurch reifte bei ihnen und entsprechend den Lesenden die Erkenntnis, dass hinter allem ein sehr viel größeres Ungemach steckt. Eines, das die Wissenschaft als Todesmaschine bezeichnet und das Potenzial hat, das Ende von allem einzuläuten …

Der zweite Band von A Vicious Circle hält sich, genau wie der erste, nicht mit besonders viel Text und daher nicht mit übermäßig vielen Erklärungen, was das alles eigentlich soll, auf. Stattdessen besinnt er sich auf die Kernkompetenzen, die auch schon Band 1 zu einer spannenden Lektüre machten. Atemberaubende Bilder und eine wilde Hatz durch unterschiedlichste Epochen der Erd- und Menschheitsgeschichte. Ob ein kurzer Ausflug ins Mittelalter oder in die Zukunft: Alles ist wie schon im ersten Band unfassbar bildgewaltig von Lee Bermejo in Szene gesetzt worden! Das übergroße Albumformat ist nach wie vor das richtige Mittel gewesen, um die beeindruckenden Bilder zeigen zu können. Interessant ist auch, dass dieser Comic das Schicksal vieler „zweiter von drei Bänden“-Comics umschifft und nicht Füllmaterial zwischen Auftakt und Finale ist. Stattdessen wird hier deutlich an den Stellschrauben Tempo und Dramatik gedreht. Das große Finale kann und darf nun gerne kommen. Wer den ersten Teil goutiert hat, kommt hier nicht dran vorbei. Wer das bisher verpasst hat, sollte das noch nachholen. Nicht zuletzt der irre guten Optik wegen!

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Roman Jasiek

Hi, ich bin Roman! Ich bin ein Kind der 80er und schreibe seit Ende der 1990er-Jahre Dinge ins Internetz. Mein Herz schlägt für Musik, Comics, Collectibles, Essen, Reisen, Wandern und meine Lieblingsmenschen. Ich lebe und arbeite in Gardelegen.