Lecker Schnabulieren in Magdeburg: Restaurant Mythos in Stadtfeld Ost
© Roman Jasiek

Lecker Schnabulieren in Magdeburg: Restaurant Mythos in Stadtfeld Ost

Zu schreiben, dass ich nach dem gestrigen Beitrag schon so ein Gefühl gehabt hätte, dass es uns für den nächsten Beitrag der Lecker Schnabulieren in… – Reihe erneut in ein griechisches Restaurant ziehen würde, entspräche nur der halben Wahrheit. Tatsächlich hatte sich der Gedanke, unsere Quest, das beste griechische Restaurant Magdeburgs ausfindig zu machen, schon während Nicoles und meiner Wanderung durch Machdeburchs Winterwunderland manifestiert. 

Nachdem wir uns also kurz aufgewärmt hatten, machten wir uns auf, das Restaurant Mythos, erneut eine Gaststätte im schönen Stadtfeld Ost, aufzusuchen. Mitnichten mein erster Besuch da und auch nicht unser erster gemeinsamer, aber definitiv der erste, den wir aus der Perspektive von Pseudo-Foodbloggern und Möchtegern-Restaurant-Testern unternahmen. So viel sei an dieser Stelle schon verraten: Wir sind unserem Ziel mit dem gestrigen Besuch ein großes, großes Stück näher gekommen!

© Roman Jasiek

Der Legende nach ist die Adresse Winkelmannstraße 24 in 39108 Magdeburg seit den 90er Jahren Heimstätte für griechische Restaurants. Seit 2015 öffnet dort das Mythos nahezu allabendlich seine Pforten und verwöhnt den Gaumen mit Gyros, Tzatziki, Bifteki, Ouzo und vielen weiteren Köstlichkeiten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass das unweit des Schellheimer Platzes gelegene Restaurant gut und gerne frequentiert wird. Daher hatten wir vorsichtshalber angerufen und einen Tisch für 19 Uhr reserviert. An einem Feiertag, noch dazu zum Ferienende, sicher nicht die schlechteste Idee, die man haben kann. Tatsächlich war die Stube bei Betreten gut besucht, wenn gleich sich der Laden ab ca. 20 Uhr merklich leerte.

© Roman Jasiek

Wir bekamen einen schnuckeligen Tisch zugewiesen, der für vier Personen gereicht hätte und ein bisschen Separee-Charme versprühte. Passt schon, wenn man seine Dame zum Date ausführt, wa? Es dauerte auch nicht lange, da stand schon der quasi obligatorische Ouzo zur Begrüßung auf dem Tisch. Ich möchte wetten, dass, obwohl der Schnaps gut gekühlt war, er wärmer war als die Temperatur draußen vor der Türe! Jedenfalls ein ganz prima Mittelchen, um sich einmal fix von innen aufzuwärmen. Wir bestellten wie üblich einen Rotwein sowie ein großes Bier vom Fass. Entgegen der Angabe in der Speisekarte gab es kein Wittinger, sondern Veltins. Ich erwähne das, falls das für irgendwen irgendeine Rolle spielt. Mir ist das egal, frei nach Homer Simpson ist Bier mein Lieblingsbier.

© Roman Jasiek

Anschließend studierten wir das Menü, das sämtliche gängigen Gerichte bot, die man in einem griechischen Restaurant wohl erwarten darf, aber dennoch angenehm überschaubar war. Interessant fanden wir, dass zwar diverse Vorspeisen, bis auf Eis aber keinerlei Nachtisch angeboten wurde. Aber vielleicht gilt: besser keine Nachspeise, als so semi-überzeugenden Kuchen wie beim Stadtfelder Mitbewerber Metaxa.

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Entgegen sonstiger Gewohnheiten entschieden wir uns dieses Mal für eine Vorspeise (Flogeres, gerollter, panierter Schinken, mit Käse gefüllt und in Metaxasauce ertränkt), sowie einen Ouzo-Teller und einen Mix-Teller als Hauptspeise. Ich denke, es ist unnötig zu erwähnen, dass die darauf enthaltenen Leckereien hauptsächlich aus Fleisch in unterschiedlichen Darreichungsformen bestanden.

© Nicole Isensee

Die Vorspeise erwies sich schon mal als Volltreffer! Mega lecker war das, was uns die guten Leute vom Mythos da auf den Teller packten. Der Schinken schön kross, trotz oder wegen der Panade, der Käse auf den Punkt erwärmt, sodass dieser sich beim Anschneiden auf den Teller ergoss. Und dazu Metaxasauce. Wie lecker kann ein kleines Gericht sein, bitte sehr? Einziger, winziger Wermutstropfen: Es lagen nur drei Röllchen auf dem Tellechern. Da wir lediglich eine Vorspeise bestellten, jedoch zwei Personen waren, hätte man eventuell, unter Umständen, vielleicht auch noch ein viertes Röllchen beilegen können. Aber gut, das nur am Rande.

© Nicole Isensee

Kaum hatten wir dieses Portiönchen verputzt, tafelte man uns den üblichen, gemischten Salat auf. Lecker, aber ein bisschen sehr kalt, was die Vermutung nahelegte, dass der nicht gerade eben erst zubereitet worden war. Macht nüscht, dem Geschmack hatte das jedoch keinen Abbruch getan.

© Nicole Isensee

Und dann die jeweiligen Hauptgerichte. Wir hatten beide das Gefühl, dass die Portionen jeweils größer ausgefallen waren, als noch bei unserem letzten Besuch im Mythos irgendwann im September, und die optische Anrichtung der Speisen, zumindest beim Ouzo-Teller, war liebevoller ausgefallen. Beim gemischten Teller ließ sich das nicht beurteilen, weil hier alle Köstlichkeiten unter einem Berg von Metaxasauce begraben waren. Und Metaxa, Ihr ahnt es vielleicht bereits, macht ohnehin alles leckerer. Auch unsere Gaumen waren mehr als angetan von dem Gebotenen. Es war schlicht und ergreifend ein Hochgenuss! Gut gewürzt, die Pommes noch heiß und knusprig, das Fleisch zart und lecker … Hach, mir tropft direkt wieder der Zahn, wenn ich daran zurückdenke! Wenn ich etwas anmerken müsste: Die Reisbeilage habe ich von früheren Besuchen „tomatig“ in Erinnerung. Hier war es normaler Kochreis, angereichert mit ein paar Erbsen und ansonsten vollkommen unauffällig. Als Sättigungsbeilage, die prima in inzwischen wohl nur allzu bekannter Soße ertränkt werden konnte, aber okay.

© Roman Jasiek

Es gab an diesem Abend insofern eine Premiere, als dass wir beide es jeweils nicht schafften, unsere Tellerchen aufzuessen! Kannste dir das vorstellen! Tatsächlich mussten wir irgendwann kapitulieren; ob das an einem Mehr beim Hauptgang oder an der leckeren Vorspeise lag, kann ich nicht beurteilen. Tippe aber auf Tor 1.

Um es kurz zu machen: Das Mythos ist von den bisher besuchten griechischen Restaurants mit einigem Abstand auf Platz 1. Und auch, wenn wir den restlichen Mitbewerbern mit der gleichen Zielgruppe ebenfalls eine Chance geben wollen, beschleicht mich das Gefühl, dass es für eine ganze Weile so bleiben wird. Service, Ambiente, Qualität der Speisen und auch die Preise sind meines Erachtens tipptopp! Das große Bier kostet unter 5 Euro. Insgesamt hatten wir für zwei Hauptgerichte, eine Vorspeise, zwei verschiedene Gläser Rotwein und zwei große Bier eine Rechnung von knapp 65 Euro, Trinkgeld noch nicht einberechnet. Das war für unser Preisempfinden und gemessen an der gebotenen Qualität echt okay.

© Nicole Isensee

Wer in Stadtfeld Ost wohnt, erreicht das Mythos vermutlich am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Wer aus einer anderen Ecke angereist kommt, kann sein Parkplatzglück beispielsweise am Schelli probieren. Ich würde aber gerade bei einem Besuch in den Abendstunden nicht darauf wetten, fündig zu werden, und mich ggf. auf eine längere Suche einstellen.

Wir freuen uns jedenfalls schon auf unseren nächsten Besuch im Mythos; gerne in den warmen Monaten, da das Restaurant auch über einen angenehm großen Außenbereich verfügt, in dem es sich ebenfalls ganz hervorragend schnabulieren lässt. Ist ebenfalls bereits für Euch getestet.

© Roman Jasiek

Roman Jasiek

Hi, ich bin Roman! Ich bin ein Kind der 80er und schreibe seit Ende der 1990er-Jahre Dinge ins Internetz. Mein Herz schlägt für Musik, Comics, Collectibles, Essen, Reisen, Wandern und meine Lieblingsmenschen. Ich lebe und arbeite in Gardelegen.