Werbung. Als solche muss ich die nachfolgende Story deklarieren, denn ohne die Einladung vom Hotel Atlantic Juist wäre sie nicht zustande gekommen. Aus Gründen der Transparenz gehe ich am Ende dieses Artikels näher darauf ein. Einsteigen möchte ich jedoch anders.
Auch wenn es hier manches Mal so scheinen mag, als wäre alles stets in bester Ordnung. Aber es gibt Gründe, auch für Nicole und mich, den Kopf freibekommen zu wollen. Neue Kraft zu tanken. Ich möchte an dieser Stelle nicht weiter ins Detail gehen, daher nur so viel: Diese kleine Nordseeinsel und das wunderbare Hotel darauf, sie fanden uns zur richtigen Zeit.

Bei uns gibt es diverse Formen der Alltagsflucht. Wandern, bzw. Bewegung an der frischen Luft, und sei es nur mit dem Hund eine ausgedehnte Runde durch den Wald, sei hier als Beispiel genannt. Mammutmärsche, Ausflüge in die Sauna, essen gehen. Und ganz besonders: Reisen. Nichts bringt mir und uns (also Nicole und mir) den inneren Frieden so sehr zurück, wie das Bereisen und Bestaunen der Welt, die schön ist, wenn man nur den Blick darauf entsprechend fokussiert.

Da traf es sich sehr gut, dass inmitten einer, nun, nennen wir es mal schwierigen Lage, eine Einladung vom Hotel Atlantic Juist ins Haus flatterte. Nicht direkt vom Hotel selbst, sondern von einer PR-Agentur, die, ihrem Auftrag folgend, Influencer, Blogger usw. auf die Nordseeinsel Juist locken möchte, auf dass diese über das Hotel Atlantic Juist berichten. Angeleiert über die Blogger-Plattform Trusted Blogs. Und that’s it, das ist die Story hinter dem Wie. Wir hatten keinerlei Auflagen zu erfüllen, es hat keinerlei Einflussnahme stattgefunden, in welcher Form, Umfang, Format oder in welcher Tonalität dieser Erfahrungsbericht zu erfolgen hat. Nur einen Zeitraum auswählen und abwarten, ob Kapazitäten verfügbar sind. Und dann ab dafür.

In dem von uns gewählten Zeitraum an einem Wochenende im März waren zu unserem Glück durchaus Kapazitäten frei. Ist sicher nicht gerade die Hauptsaison, tatsächlich ist auf den ostfriesischen Nordseeinseln derzeit noch Sturmflutsaison bis in den April hinein angesagt. Davon jedoch bekamen wir nüscht mit.

Schon die Anreise war ziemlich entspannt. Wir sind mit der Bahn und dem Deutschlandticket bis nach Norddeich Mole gefahren; eine Fahrt, die von unserem Startpunkt in Wolfsburg aus rund fünf Stunden dauerte. Anschließend ging es mit der Fähre weiter nach Juist. Fahrzeit hier: weitere rund 90 Minuten.
Auf dem Papier scheint Juist, auf eigenen Werbemitteln auch als schönste bzw. längste Sandbank der Welt bezeichnet, weder sonderlich groß noch sonderlich spektakulär. Mit einer Länge von 17 Kilometern ist sie die längste der ostfriesischen Inseln, ansonsten ist Juist an der dicksten Stelle 900 Meter breit, an der schmalsten gerade mal 500 Meter. Klingt nicht nach viel, oder? Ich bin nicht mehr sicher, was wir erwartet hatten, bevor die Fähre anlegte. Vielleicht irgendein Robinson-Crusoe-mäßiges Eiland, zwar ohne Palmen und Kokosnüsse, dafür mit Schilf, Dünen, und die Robben winken zum Gruße.
Erstaunt. Das beschreibt das Gefühl wohl am besten, als wir bei bestem friesischen Schietwedder (kalt, windig, leichter Niesel und wenigstens 50 Schattierungen von Grau am Himmel) den Fuß auf die Insel setzten. Erstaunt über die Menge an Leuten, die mit uns von Bord gingen und sich in alle Richtungen verstreuten. Erstaunt über die Hafenanlage und die Vielzahl an Hotels, Ferienwohnungen und Appartementanlagen, die sich direkt hinter dem Deich, der die Insel vor den Fluten der Nordsee schützt, auftaten. Erstaunt über das entzückende Nichts und das flache Land.

Vom Hafen aus waren es nur ein paar wenige Gehminuten bis zum Hotel Atlantic Juist. Da wir aufgrund des Aufenthalts von nur zwei Nächten nur mit Handgepäck reisten, erfreulich wenig. Wer mehr Gepäck mit auf die Insel wuchtet, beispielsweise weil noch Kind und Kegel oder der Hund mit dabei sind, wird die vielen Bollerwagen im Hafenbereich bemerken, mit denen sich sperriges Gepäck von A nach B transportieren lässt und die jeweils einer Unterkunft gehören. Von den vielen Dingen, die wir nach und nach entdeckten und die wir als sehr reizvoll empfanden, war eine Sache ganz vorn mit dabei: Im Gegensatz zur Nachbarinsel Norderney ist Juist eine autofreie Insel. Mit Ausnahme von Rettungskräften oder den elektrischen Minibussen der Post ist das Fortbewegungsmittel der Wahl auf Juist das Fahrrad. Oder die eigenen zwei Beine. Und ja, es gibt auch Kutschen, die über die Insel klappern.

Wenn man vor dem Hotel Atlantic Juist steht und den recht großen Bau betrachtet, kommen einem unweigerlich Assoziationen an die Backsteingiebelhäuser aus der Hansezeit. Sicher kein Zufall. Das Gebäude wirkt, als hätte es schon so manchem Sturm getrotzt, wirkt aber dennoch einladend. Der helle und freundliche Eingangsbereich mit den warmen Farben trägt viel dazu bei, dass man sich im Hotel und auf dieser Insel willkommen und, ja, auch ein bisschen zuhause fühlt. Damit werben sie auf den offiziellen Kanälen. Damit, und dass es sich dort wunderbar entspannen und entschleunigen lässt. Na, wollen wir doch mal sehen, wa?

Die Insel ist, wie zuvor erwähnt, nur per Fähre zu erreichen. Das heißt also, wenn einer dieser Kutter längsseits festgemacht hat, strömen allerhand Gäste zu ihren Unterkünften und somit auch wir mitsamt einiger anderer Reisender zur Rezeption. Aber dort ist man auf diese Peaks offenkundig hervorragend eingestellt. Ruckzuck hatte jeder sein Schlüsselchen und auch wir durften den Zugang zu unserem Zimmer in Empfang nehmen. Ich möchte an dieser Stelle einen Dank an Frau Alberts aussprechen, unsere Kontaktperson vor Ort, für den reibungslosen Ablauf!









© Roman Jasiek
Zimmerchen trifft es nicht so ganz. Tatsächlich staunten wir nicht schlecht, als wir unsere Bleibe der kommenden zwei Nächte betraten. Es sollte sich nämlich als ein Appartement entpuppen, gut und gerne ausgelegt auf den Aufenthalt für bis zu vier Personen. Ein Doppelbett, ein Badezimmer mit Dusche, ein kleines Zimmerchen mit Doppelstockbett und ein ziemlich geräumiger Balkon mit Sitzmöbeln, der Sonne und dem Hafen entgegengerichtet ist. Herrlich! Dazu noch eine Kochnische mit Herdplatte, Geschirrspüler, Kühlschrank und Wasserkocher. Wer als Selbstversorger längere Zeit auf der Insel verweilen möchte, braucht also nicht zwingend auf eine Ferienwohnung auszuweichen. Das sehr zentral gelegene Hotel Atlantic Juist kann derartige Wünsche ebenfalls bedienen.

Das Ambiente des Zimmers würde ich als warm und heimelig beschreiben. Es ist keine High-End-Bude, sondern entsprach unserem Empfinden nach guten, aber nicht übertrieben exklusiven Standards. Man kommt rein und fühlt sich wohl. Wenn die Sonne das Zimmer in goldenes Licht taucht, was vor allem morgens der Fall sein kann, gewinnt die Bude gleich nochmal.

Nachdem wir unser Sack und Pack verstaut hatten, machten wir unseren ersten Ausflug an den Strand. Den Kopf vom Wind freipusten lassen. Auf dass das friesisch herbe Wetterchen uns die dunklen Wolken vom Gemüt pusten möge. Der Spitzname der Insel, längste Sandbank und so, kommt nicht von ungefähr. Das ist schon ganz schön viel Strand. Und Sand. Das hat noch nicht den Umfang von St. Peter Ording, ist aber schon mächtig gewaltig, wenn man da das erste Mal entlangspaziert. Die Gezeiten dürften einen nicht unerheblichen Anteil daran haben, denke ich. Und wie wir da so unsere erste Runde drehten, entdeckten wir auf unserem Spaziergang auch die erste Robbe, die sich ganz gechillt im Sande drehte. Der Aufforderung am Zugang zum Strand entsprechend folgeleistend, hielten wir gebührenden Abstand von dem Tier. Verzückt waren wir dennoch.









© Roman Jasiek
Auf dem Weg zurück zum Hotel Atlantic Juist staunten wir darüber, wie zahlreich doch die Läden auf diesem vermeintlich kargen Inselchen sind. Eine Filiale der Sparkasse gibt es dort ebenso wie mindestens zwei Lebensmittelhändler, es gibt ein Rathaus, eine ziemlich üppig dimensionierte Feuerwache, ganz viele Nippes-Lädchen und noch mehr Restaurants.
Aufgrund der Tatsache, dass es schon später Nachmittag war – wir erreichten Juist immerhin erst gegen 16 Uhr – und wir noch die Sauna ausprobieren wollten, kehrten wir zurück zum Hotel. Dass allein die Lobby mit ihren diversen, liebevollen Details für eine angenehme Atmosphäre sorgt, habe ich schon erzählt, oder?

Wir dürfen berichten: Die Sauna und das kleine Schwimmbecken können sich sehen lassen. Und sind gerade an solchen Tagen wie an unserem Anreisetag, die hinsichtlich des Wetters vor allem grau und oll sind, eine ganz prima Möglichkeit, sich innerlich und äußerlich Wärme zu verschaffen. Bezüglich des Schwimmbads hat es uns gut gefallen, dass es mit Glas überdacht ist, was je nach Tageszeit und Wetter in Kombination mit der Beleuchtung für interessante und angenehme Lichtstimmungen sorgte.

Und auch der Saunabereich braucht sich wirklich nicht zu verstecken. Es gibt ein Dampfbad, sowie drei reguläre bzw. finnische Saunen unterschiedlicher Hitzestufen. Ab 65 Grad geht es los, bis über 90 Grad kann man gehen. Dazu die obligatorischen Duschen, ein Ruheraum mit gedämpftem Licht und tüdeliger Entspannungsmusik, ein Fußbad, Umkleidekabinen und Toiletten. Prima: Im Ruheraum stand ein Getränkespender zur Verfügung, mittels dessen man seinen körpereigenen Wasserhaushalt wieder auffüllen konnte. Die jeweiligen Kabinen oder Saunen oder wie auch immer waren nicht übermäßig groß, aber ausreichend. Zumal: Es ist ein Service, den das Hotel anbietet, keine ausgewachsene Therme. Wir haben die Sauna an zwei Tagen besucht, beide Male war die Auslastung gering. Lange Rede, kurzer Sinn: Wer das Saunieren mag, wird sich hier gewiss wohlfühlen. Auch, wenn es keine Aufgüsse gibt. Aber wie gesagt, es ist eben keine Therme oder eine vollwertige Spa-Einrichtung.



© Roman Jasiek
Wer mit Kindern anreist, wird sich möglicherweise ebenfalls über eine Einrichtung freuen, die man sich im Hause Hotel Atlantic Juist hat einfallen lassen. Es gibt ein Spielzimmer für Kinder. Mit Büchern, mit Spielzeugen, mit Plüschtieren, mit einem Holzgestell, das als Räuberhöhle für kleine Leute dienen kann. Alles irgendwie ganz niedlich gemacht und gewiss dann eine willkommene Option, wenn sich wegen Schietwedder erste Anzeichen von Lagerkoller einstellen. In der direkten Umgebung vom Hotel gibt es ansonsten auch diverse Spielplätze unterschiedlicher Größe. Also auch die kleinen Leute müssen auf dieser Insel keine Langeweile erleiden.


© Nicole Isensee / Roman Jasiek
Nach der Sauna beschlossen wir, noch irgendwo einzukehren und etwas zum Abendbrot zu essen. Da das Hotel hier nichts anbietet, pilgerten wir zurück zum Hafen. Einer Empfehlung des Hotels folgend, da uns der Sinn nach Fisch stand. Ich meine, wenn man am Wasser ist, isst man auch Fisch, ne? Wir landeten im Hafenrestaurant, das gut besucht war. Man platzierte uns zu einem älteren Ehepaar, das hier mit der Enkelin eingekehrt war. Liebe Grüße an Euch, solltet Ihr das lesen. Unser Abendmahl bestand aus Scholle nach Finkenwerder Art (also mit Speck, ganz viel Speck!) und Knurrhahn. Klingt wie ein Federvieh, ist aber tatsächlich ein Meeresbewohner. Und sehr, sehr lecker! Überhaupt war das ein ganz feines Fresschen, weswegen wir die Empfehlung hiermit an dieser Stelle gerne weitergeben.









© Nicole Isensee / Roman Jasiek
Im Anschluss rollten wir gut gesättigt zurück zum Hotel Atlantic Juist, um den Gutschein für das Gin & Tonic einzulösen. Das Gin & Tonic ist eine hübsche kleine Bar, die mich aufgrund des dunklen Ambientes ein bisschen an die Abtanzbar an Bord von Kreuzfahrtschiffen der Mein-Schiff-Flotte erinnerte. Sehr gediegen, sehr chillig. Und die Cocktails sind auch sehr lecker! Zumal der Maestro vor Ort, der die Cocktails mixte, Dinge wie Blue Curacao auch selbst anrührte. Die Preise bewegten sich meist um die 12 Euro für einen Cocktail. Nicht übertrieben teuer. Wir fanden die Cocktails tatsächlich so schmackofatz, dass wir am Folgetag noch einmal dort einkehrten und jeweils einen weiteren Cocktail probierten. Überhaupt empfanden wir die Preise auf der Insel für Speis und Trank nicht als übertrieben. Auch einen der örtlichen Feinkostläden suchten wir auf, da wir für den Abend des zweiten Tages ein romantisches Dinner, bestehend aus Nudeln mit Pesto und einem Glas Rotwein, angedacht hatten. Und dort gab es zwar nur Markenprodukte, diese aber waren nicht teuer als in unserer Region.
Und schon an diesem ersten Abend wurde klar: Entschleunigung, Entspannung, die Sorgen beiseiteschieben, den Kopf freibekommen... das sind nicht nur Floskeln. Das funktioniert hier tatsächlich mehr als gut. Was meine bzw. unsere Sorgen sind? Nett, dass Du fragst.
Schon wieder ist dieser Typ nebst seiner Liebsten in der Weltgeschichte unterwegs! War der nicht gerade eben erst in London und auf den Kanaren und ist 55 Kilometer mammutmarschierend durch Leipzig gepilgert? Jau, ist er. Das süße Leben in Reinform, das ist es doch? Living his best life. Oder? Jede Medaille hat zwei Seiten, und das, was man für gewöhnlich so im Netz von sich präsentiert, soll doch auch nur die schönen und die guten Seiten zeigen, nicht wahr?
Dass hier aber immer dann, wenn der Cursor nicht blinkt und auf die Eingabe weiterer Buchstaben wartet, zu tragende Päckchen unterschiedlicher Gewichtsklassen warten, sieht man nicht, wenn man sich die Fotos anschaut oder die Texte liest. Mein Arbeitsvertrag endet in knapp 4 Monaten, eine Verlängerung ist aus Gründen, die ganz wesentlich mit der wirtschaftlichen Situation meines Brötchengebers zu tun haben, unwahrscheinlich. Falls also jemand von Euch Vakanzen hat – lass uns gern mal schnacken. Dann ist da dieses eine gesundheitliche Thema, das ich hier neulich schon angerissen habe und das noch nicht final geklärt ist. Ein Sorgerechtsstreit, der vermutlich fies wird und einen Gerichtstermin mitbringt, gesundheitliche Themen in der Familie und überhaupt, Familie – auch da sind diverse Dinge, die Kopfzerbrechen bereiten! Und dann ist da ja auch noch die Gesamtsituation der Welt, die einem schlaflose Nächte bereiten kann. Was ich sagen will, ist: Hinter den Kulissen sind die Dinge oft gar nicht so glamourös und fancy. Auch hier gibt es einen Alltag, der sich wie ein Sumo-Ringer auf uns wirft.
Ich bin überzeugt, dass auch Ihr Eure Kreuze zu schleppen habt. Die Frage ist, wie geht Ihr damit um? Was ist Euer Rezept, mit Herausforderungen umzugehen? Wie entkommt Ihr dem Alltag, wenigstens für eine kleine Weile? Lasst es mich gern wissen. Eine Idee, was man machen kann, liefert dieser Artikel. Über diese wunderbare kleine Nordseeinsel, die unser Herz verzaubert hat. Und dieses Hotel, das Wohlfühlen ganz groß auf die Fahne geschrieben hat.


© Nicole Isensee
Den zweiten Tag starteten wir gut ausgeruht und mega ausgeschlafen. Wir ließen über Nacht das Fenster auf Kipp. Und wie sehr es zum Wohlbefinden und zur Entspannung und Entschleunigung beiträgt, wenn nachts einfach gar nichts zu hören ist – je nach Windrichtung nicht einmal mehr das Meer –, muss man erlebt haben! Dafür bietet sich das Hotel, von dem hier fortwährend die Rede ist, übrigens ganz hervorragend an.

Angeschlüppert und angehost machten wir uns dann auf zum Langschläferfrühstück. Das Büfett hat geöffnet von 8 bis 12 Uhr und bietet, sehr liebevoll präsentiert, eine breite Palette von Köstlichkeiten, die man auf einem Frühstücksbüfett wohl erwarten kann und darf. Gekochtes und gerührtes Ei, Bacon, Nürnberger Würstchen, jede Menge Müsli, verschiedene Quarks und Joghurts, viele verschiedene Käse- und Wurstsorten, frisches Gemüse und Obst, Kaffee, Tee, Wasser, diverse Säfte, Milchprodukte auch für Menschen mit Laktoseintoleranz, verschiedene Brötchen und frisch gebackene Brotsorten. Und alles wurde auch stets frisch aufgefüllt. Wie wir am Rande mitbekommen haben, hätten wir uns wohl auch ein frisch zubereitetes Omelette bestellen können. Zudem ist auch das Ambiente des Restaurants Güst derart gestaltet, dass es sich als Ort zum gemütlichen Verweilen präsentiert. Eine Kreidetafel mit dem handgeschriebenen Wetterbericht rundete das sehr gute Gesamtbild ab. Güst, das friesische Wort für „karg, unfruchtbar“, ist übrigens der Überlieferung nach der Namensgeber der Insel.









© Nicole Isensee / Roman Jasiek
Wir ließen es uns beim Frühstück gut gehen und beschlossen anschließend, wieder der anderen Leidenschaft zu frönen: dem Wandern. Wir machten eine sehr ausgedehnte Tour über die Insel und staunten erneut nicht schlecht, wie sehr diese Landschaft aus Schilf, Dünen, Watt, Deich und vergleichsweise spärlicher Vegetation beeindrucken kann. Juist ist anders. Wild, und gleichzeitig so gechillt. Es lässt sich nur schlecht in Worte kleiden. Erlebt haben muss man das, dann versteht man, warum es so viele Leute immer wieder auf diese oder eine der anderen Nordseeinseln zieht. Auch wir waren von Juist so angetan, dass wir eines Tages gewiss noch einmal wiederkommen werden.

Unser Weg führte uns über schmale Trampelpfade, die, sofern es die Jahreszeit ermöglicht, durchaus Dschungelfeeling vermitteln. Sogar einen kleinen See machten wir im Inneren der Insel aus! Was für gestresste, moderne Menschen, die dringend eine Auszeit brauchen, um neue Kräfte zu sammeln und die eigenen Akkus wieder aufzuladen, gewiss in die Karten spielt, ist der Umstand, dass man nur selten auf andere Menschen trifft. Auf unserem Spaziergang kam uns dann und wann mal ein Radfahrer entgegen oder ganz selten mal Menschen mit Hund. Die meiste Zeit aber waren wir mit uns, unseren Gedanken und Eindrücken allein. Das kann durchaus sehr heilsam sein. Im Umkehrschluss ist sicher aber auch klar: Eine Partyinsel ist Juist nicht. Wer Dauerbespaßung sucht, wer fortwährend neue Reize geboten bekommen muss, wer mit Ruhe, Stille und ja, auch Einsamkeit, überfordert ist, wird auf Juist wahrscheinlich keine Freude haben. Daran kann auch ein so tolles Hotel wie das Hotel Atlantic Juist nichts ändern.

Ungefähr fünf Stunden dauerte unsere Wanderung über die Insel, in deren Verlauf wir sogar ein Reh entdeckten. Gestern die Robbe, heute das Reh. Ich bin mir sicher, morgen hätten wir Flipper gesehen! Flora und Fauna legten sich also auch mächtig ins Zeug! Wir erreichten das Hotel rechtzeitig, um unseren Gutschein für Kaffee und Kuchen einzulösen. Schon beim Betreten der Lobby durchströmte der leckere Geruch von frisch Gebackenem die Räumlichkeiten. Das Restaurant grenzt direkt an die Lobby an, daher auch kaum überraschend. Serviert wurde uns jeweils eine frisch zubereitete Waffel, gebacken aus Zimtteig, dazu ein Kaffee nach Wahl. Bei mir einfach schwarz, bei Nicole war es ein Cappuccino. Beim Topping ließ sich das Hotel einmal mehr nicht lumpen und fuhr wahrscheinlich so ziemlich alles auf, was man sich eben so auf eine Waffel streuen oder kippen kann. Von bunten Marshmallows und noch bunteren Streuseln über diverse heiße Soßen (Vanille, Schoko und natürlich auch heiße Kirschen) bis hin zur obligatorischen Schlagsahne war einfach alles dabei, was das Leckermäulchen begehrte.









© Nicole Isensee
Und schon wieder entpuppte sich das Restaurant als ein Ort, an dem man gerne verweilt. Wir wären gerne noch länger geblieben, aber da es sich schon um den zweiten und somit letzten Tag unseres Aufenthalts handelte, wollten wir noch einmal die Sauna und dieses Mal auch das Schwimmbad aufsuchen. Und so geschah es.

Im Anschluss daran zog es uns wieder zurück zum Strand. Das Wetter hatte im Verlauf des Tages aufgeklart und es versprach, ein wunderschöner Sonnenuntergang zu werden. Und was soll ich Euch sagen, Leute – das, was sich an diesem Abend dort am Himmel abspielte, war ungelogen einer der schönsten Sonnenuntergänge, die ich in diesem Leben zu Gesicht bekommen habe. Absoluter Wahnsinn und einfach nur traumhaft schön!
Ganz beseelt davon, Zeuge dieses wunderbaren Spektakels geworden zu sein, dehnten wir unseren Spaziergang über den Strand noch ein bisschen auf und erfreuten uns an der mystischen Stimmung zwischen Sonnenuntergang und Einsetzen der Dunkelheit. Dunst und leichter Bodennebel legten sich so langsam über den Strand und ließen Strand und Insel beinahe magisch wirken. Der Abend war schon recht fortgeschritten, als wir wieder unser Zimmer betraten.









© Nicole Isensee / Roman Jasiek
Auf dem Speiseplan standen heute Spaghetti mit Pesto. Schließlich wollten wir auch die Möglichkeit der Selbstversorgung einmal ausprobiert haben. Und so geschah es. Da wir anschließend aber immer noch nicht genug hatten von der Faszination, die Juist auf uns ausübte, entschieden wir uns, noch einen Nachtspaziergang zu unternehmen. Nochmal eine kleine Runde umme Block, quasi. Und bei Nacht, wenn sich über Dir dieser unendliche Sternenhimmel präsentiert, ist das alles wieder noch ein ganz anderer Schnack. Nur für den Fall, dass ich es noch nicht erwähnt haben sollte: Juist ist eine wirklich faszinierende Insel. Trotz oder gerade wegen des Fehlens anderer Reize. Ich bin fast sicher, die Insel macht was mit einem. Gegen Mitternacht und mit so einigen Kilometern auf der Uhr, die wir im Laufe des Tages gewandert waren, lagen wir in der Koje.

Und dann war er auch schon gekommen, der Tag des Abschieds. Mit strahlendem Sonnenschein und einem wolkenlosen, blauen Himmel schien es so, als wolle sich die Insel noch einmal von ihrer schönsten Seite zeigen. Wir genossen noch einmal dieses wahnsinnig leckere Frühstück und machten uns dann auf den Weg zum Hafen. Die Fähre ging um 10 Uhr und da es die einzige Abfahrt an diesem Tag war, wollten und durften wir diese nicht verpassen.

Wir kamen mit dunklen Wolken im Gemüt, entsprechend friesisch herb präsentierte sich das Wetter an jenem Tag. Als wir abreisten, lächelte die Sonne vom Himmel. Und wir, wir lächelten auch. Danke Juist, danke Hotel Atlantic Juist und dessen hervorragendes Personal, für zwei Tage ohne Stress und Sorgen, dafür mit einem Höchstmaß an Entspannung und Entschleunigung. Ihr wart sehr gut zu uns. Ihr habt es ermöglicht, dass wir zwei Tage lang dem Alltag auf denkbar schönste Weise entfliehen konnten. Wann immer Euch die Welt zu laut, zu hektisch, zu viel wird, ist Juist eine wunderbare Möglichkeit, die Handbremse einzulegen. Und das Hotel Atlantic Juist kann dafür eine prima Homebase sein.
Transparenzhinweis bezüglich der Dinge, die wir vom Hotel als Gegenleistung für die Berichterstattung zur Verfügung gestellt bekommen haben. Neben der Unterbringung in besagtem Zimmer erhielten wir jeweils einen Gutschein für zwei Personen für die Cocktailbar Gin & Tonic für ein Getränk pro Person sowie einen Gutschein für zwei Personen für Kaffee und Kuchen. Darüber hinaus durften wir das Frühstücksbüfett für Langschläfer in Anspruch nehmen. Zudem erhielten wir die Möglichkeit, den im Hotel befindlichen Spa-Bereich (sprich: Schwimmbecken und Sauna) beliebig oft zu nutzen. Wobei ich denke, dass Letzteres ohnehin jedem Gast geboten wird.
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