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# Templer, Illuminaten, die Mafia, ein antichristlicher Geheimbund...: Das Evangelium nach Satan von Patrick Graham ist ein ganz wilder Ritt!
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- Published: 2009-04-30T20:04:00.000Z
- Updated: 2026-09-16T16:28:12.000Z
- Author: Roman Jasiek
- Tags: Bücher, #PatrickGraham, #DasEvengeliumnachSatan, #arweave-txid-rdmIR0L3c-wRn9E3Zb7prbHlYNsrlGFWKjP9vmjjF0Y, #arweave-hash-2e92db656bb62644

Ihr mögt Verschwörungstheorien, vorzugsweise dann, wenn als umschreibende Schlagworte **Vatikan**, **Kirche**, **Jesus** und **Antichrist** in ein und denselben Topf geworfen werden? Weiterhin stört es Euch nicht weiter, wenn Autoren in Sachen Gewaltdarstellung über die bloße Andeutung hinausgehen? Und Mystery-Geschichten fandet Ihr schon immer cool? Dann werft doch mal einen Blick auf **Das Evangelium nach Satan** von **Patrick Graham**. Da nämlich bekommt Ihr all das – und noch einiges mehr!

Mit seinem 600-Seiten-Monster hat der **Franzose** ein Debüt abgeliefert, an dem sich die Geister mit Sicherheit scheiden werden. Graham erzählt hier die Geschichte der **FBI‑Profilerin Maria Parks**, welche die wenig beneidenswerte Gabe besitzt, den Tathergang aus der Sicht des Opfers zu sehen. Soweit, so unspektakulär, da schon gefühlte fuffzich Millionen Male da gewesen. Doch damit nicht genug: **Maria** ist nicht nur stumme Zeugin von unzähligen grausamen Gewaltverbrechen; nein, sie fühlt, empfindet und denkt wie das Opfer. Im Verlauf der Handlung verschmilzt sie nahezu mit den Leuten, deren Schicksal sie mittels ihrer Begabung ergründet.

Na wie auch immer: **Maria Parks** jedenfalls kann etwas, das die meisten Menschen nicht können – und kommt so einem Serienkiller auf die Spur, der es augenscheinlich auf Nonnen abgesehen hat. Mitnichten beliebigen Nonnen, sondern vielmehr Frauen, die dem **Orden der Weltfernen Schwestern** angehören. Einer höchst geheimen Abzweigung der Nonnen, deren Mission es ist, sich mit geradezu blasphemischen Relikten, Schriften und Ähnlichem zu befassen, zu erforschen und vor allem aber vor dem Rest der Menschheit zu verbergen. Und das aus gutem Grunde, denn eines der in ihrem Besitz befindlichen Objekte ist das sogenannte **Satansevangelium**, das besagt, dass es nicht **Jesus** war, der seinerzeit am Kreuz gestorben ist, sondern **Janus**, des **Satans Sohnemann**. Und überhaupt sei ja alles, was die **katholische Kirche** seit über 2000 Jahren predigt und worauf der Glaube basiert, so gar nicht wahr und eine glatte Lüge. Kommt Euch irgendwie bekannt vor? Jo, macht aber nix, solcherlei Thesen sind im Thrillergenre scheinbar gern genommen.

**Maria** jedenfalls kommt dem Nonnenmörder lebensgefährlich nahe – und muss dabei feststellen, dass der Schwesternschlächter zum einen nicht so ganz von dieser Welt stammen kann und zum anderen ein dringendes Interesse am **Satansevangelium** hat. Da der amtierende **Papst** jüngst auf unnatürliche Weise ums Leben kam, ist die Zeit reif, die Welt ins absolute Chaos zu stürzen …

Meine Fresse, was für ein starker Tobak! Zunächst wirkt Herrn **Grahams** Machwerk wie eine flotte Mischung aus **Cupido** und **Sakrileg** und ist bis etwa zur Hälfte auch unglaublich spannend und fesselnd. Danach allerdings scheint **Graham** ein wenig selbst den roten Faden verloren zu haben und ist stattdessen bemüht, sein Erstlingswerk irgendwie mit allem vollzustopfen, was den Verschwörungsfans gefallen könnte. Da haben wir die **FBI-Profilerin**, die fast schon Zeitreisen bewerkstelligen kann und – natürlich! – auch tote Menschen sieht. Dann haben wir **Templer**, **Illuminaten**, **die Mafia**, einen **antichristlichen Geheimbund**, der den **Vatikan** übernehmen will, und vermutlich auch den **Teufel** selbst. Und das alles in einer kompakten, hochkomprimierten Story, die durchaus noch einmal 600 Seiten vertragen hätte, um nicht ganz so holprig zu wirken.

Das große Finale, oder besser: die Auflösung desselben, dürfte wohl nur die wenigsten Leser befriedigt zurücklassen – auch wenn man wohl mit so einem Abschluss rechnen dürfte, angesichts des überbrodelnden Verschwörungsgebildes, das der Autor hier zwischen die Buchdeckel presst.

Nun ja, sei es, wie es sei: Auch wenn der Stil Herrn **Grahams** an manchen Ecken arg zu wünschen übrig lässt und die Flut an mysteriösen und/oder verschwörerischen Elementen mit fortschreitendem Verlauf der Handlung fast schon albern ist, so bietet **Das Evangelium nach Satan** dennoch (oder vielleicht auch gerade deshalb) sehr kurzweilige und trotz allem spannende Leseunterhaltung. Allerdings: Mit den anfänglich genannten Vergleichen **Cupido** und **Sakrileg** hat es zum Schluss nicht nur wenig gemein, so richtig messen kann es sich damit auch nicht.

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© Blanvalet