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# Blackfield Festival 2014 in Gelsenkirchen: Ein Bericht
- URL: https://www.romanjasiek.de/blackfield-festival-2014-in-gelsenkirchen-ein-bericht/
- Published: 2014-06-23T12:11:00.000Z
- Updated: 2026-09-05T08:00:56.000Z
- Author: Roman Jasiek
- Tags: Konzerte, #BlackfieldFestival, #arweave-txid-N7TpB-idkUbZdLWxW8ITajBYmULfM_yqDqsXidRV31g, #arweave-hash-40144fdcbe27e270

Es ist ein bisschen wie mit Weihnachten: Alle Jahre wieder lockt mich das **Blackfield Festival** hinter dem Baum hervor. Zum siebten Mal fand das schnuckelige Festival inzwischen statt. Wie gehabt an der gewohnten Stelle: im **Amphitheater des Nordsternparks in Gelsenkirchen**. Da ich die vorhergehenden sechs **Blackfield Festivals** ebenfalls besucht hatte und jedes Mal begeistert nach Hause gefahren bin, war klar für mich, dass wir auch beim oft verflixten siebten Mal die Anreise nach **Gelsenkirchen** auf uns nehmen würden, um in entspanntester Atmosphäre Konzerte zu genießen, alte Bekannte zu treffen und einfach eine gute Zeit zu haben. Somit machte sich am Morgen des 20\. Juni 2014 eine kleine Reisegruppe auf den Weg Richtung **Schalke**. Und wie immer, wenn ich eine Reise mache, habe ich hinterher etwas zu erzählen. Leute, es folgt mein Bericht vom diesjährigen **Blackfield Festival**.

## Freitag, 20\. Juni 2014

Meine Anreise gestaltete sich in diesem Jahr ziemlich stressfrei. Zurückdenkend an das letzte Jahr, in dem ich eine stundenlange Vollsperrung der **A2** umfahren musste (und dabei an **Bruchtal** vorbeikam, jawoll!), war es dieses Mal der reinste Sonntagsspaziergang. Irgendwann kurz nach 14 Uhr erreichte ich mein **Hotel in Essen**. Einen flotten Check-in und ein erstes Ankunftsbier später war ich auch schon direkt auf dem Weg zum Gelände. Ich erreichte den **Nordsternpark** noch vor Einlassbeginn, was mir die bequeme Möglichkeit verschaffte, entspannt mein Bändchen einzusammeln und unmittelbar zum Einlass auf das Gelände zu wackeln. Damit hatte ich es in den sieben Jahren, die ich nun Besucher des **Blackfields** bin, erstmals geschafft, pünktlich zum Anpfiff vor Ort und Stelle zu sein. Es ist beinahe unnötig zu erwähnen, dass wir das an den folgenden Tagen nicht mehr hinbekommen haben. Die Zeit bis zum Spielbeginn der ersten Band nutzte ich, um mir ein bisschen das Gelände anzugucken. Viel verändert hatte sich zum Vorjahr nicht. Vor den Toren des Geländes gab es auch in diesem Jahr wieder allerhand Stände für die Mittelalterfraktion, allen voran natürlich Speis und Trank. Auf dem Vorplatz befanden sich einmal mehr die Cocktailbar und die zugehörigen Sitzgelegenheiten sowie diverse Stände, an denen man seine Taler für Bier, Merchandise, CDs, Bier, Fressalien und Bier ausgeben konnte. Insgesamt wirkte das Aufgebot dieses Jahr ein bisschen luftiger als in den Jahren zuvor. Ob ein paar der üblichen Standplatzmieter in diesem Jahr fehlten? Man weiß es nicht. Der Autor dieser Zeilen vermisst ein bisschen die Currywurstbude vom letzten Jahr, aber das ist ein persönliches Ding. Das große Partyzelt, das sich einmal mehr gegenüber der Bühne befand, wurde auch in diesem Jahr wieder für die Autogrammstunden und, später am Abend, für die Aftershowparty genutzt.

Alles in allem: Wer schon einmal am **Blackfield** teilgenommen hat, fand sich nicht nur sofort zurecht, sondern fühlte sich auch direkt heimisch. Nach meinem Dafürhalten gibt es nur wenige Festivals, die einem so sehr eine Art von „nach Hause kommen“-Gefühl vermitteln, sobald man die ersten Schritte über das Gelände gemacht hat. Angetan von einer dieser Buden, die einem das Bier förmlich aufdrängten, hätte ich beinahe den Anpfiff für **Austerity Complex** verpasst. Jene Band, die nach dem Willkommensgruß von **Jens Domgörgen** (**X-Divide**, **Das perfekte Electro-Dinner**) die ewig fiese Aufgabe hatte, als vergleichsweise unbekannte Band das Festival musikalisch zu eröffnen.

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Austerity Complex hatten die stets schwierige Aufgabe, als erste Band das Festival musikalisch zu eröffnen. Sie schlugen sich mit ihrem gut konsumierbaren Electro-Pop aber ganz wacker. © Sideshowmick

Das Duo, das aus **Nigel Wheeler** (Keyboard und Gesang) sowie **André Schuster** (Programmierung, Keyboard) besteht und sich musikalisch im Bereich des Synthie- bzw. Electro-Pop mit einigen Anleihen aus dem Sound der 80er bewegt, nahm den Umstand, dass sich noch nicht fürchterlich viele Leute eingefunden hatten, ziemlich gelassen und lieferte eine hübsche, kleine Show. Zu einem späteren Zeitpunkt im Spielplan des Festivals wäre die Resonanz sicher höher gewesen, aber so ist das nun mal: Irgendwer muss halt anfangen. Wir haben uns das Konzert jedenfalls gerne angeschaut und würden sicher an anderer Stelle noch mal ein Ohr riskieren.

Nach ihrem kurzen Set galt es, den Widerstand gegen das permanent angebotene Bier aufzugeben und sich schon mal ein bisschen die Kehle zu befeuchten – die **Erlangener Spielmannsleute von Feuerschwanz** standen als Nächstes auf dem Plan. Ich hatte **Feuerschwanz** irgendwann in grauer Vorzeit schon einmal auf dem **WGT** gesehen und wusste daher: gleich wird es lustig. Was wir in der folgenden, guten halben Stunde von **Hauptmann Feuerschwanz**, **Johanna von der Vögelweide**, **Sir Lanzeflott**, **Mieze Musch-Musch**, **Felix Taugenix** und **Prinz Hodenherz** geboten bekommen sollten, entwickelte sich ungelogen zur Show mit dem größten Spaßfaktor des gesamten Festivals! Gleich die zweite Band setzte die Messlatte so hoch, dass die nachfolgenden Konzerte, mögen sie noch so gut gewesen sein, da nicht mehr mithalten konnten. Ob nun **Metnotstand im Märchenland** oder **Hurra, Hurra, die Pest ist da** \- charmantere Alberei habe ich seit langer Zeit nicht gesehen. Daher die dringende Empfehlung meinerseits: Sollte dieser wilde Haufen dereinst in Eurer Nähe zu Met, Gesang und Tanz laden – unbedingt anschauen! Auch dann, wenn Ihr der Mittelaltermucke ansonsten nicht so zugetan seid. Wir freuen uns schon auf das nächste niemals endende Gelage mit dieser Bande.

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Das war ja wohl der Hammer: Feuerschwanz waren für uns klar die Gewinner, was den Spaßfaktor anging. © Roman Jasiek

Erheitert von dem tollen Auftritt gerade wurde es Zeit, kurz beim Bratwurstbräter einzukehren und sich für den schweißtreibenden Auftritt des **Gothministers** zu stärken. Man hatte in der Umbaupause eine Leiter auf die Bühne geschafft, diese mit einem schwarzen Banner verhüllt, auf dem das **Gothminister-Logo** prangte. **Gothminister**, **Bjørn Alexander Brem**, wie eh und je mit weißem Make-up und reichlich Kunstblut dekoriert, nutzte diese Empore dann auch immer wieder für die musikalische Ansprache an das inzwischen schon ziemlich reichlich versammelte Feiervolk. Ob nun **Liar** oder **Utopia** \- mit dem energisch dargebotenen Parteiprogramm des **Gothministers** dürfte wohl jeder Anhänger zufrieden gewesen sein.

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Es singt zu Ihnen: der Gothminister. © Sideshowmick

Es folgten **NamNamBulu**. Eigentlich hätten an diesem Punkt **Frozen Plasma** spielen sollen, **Felix Marc** jedoch war leider aus beruflichen Gründen verhindert. Na immerhin: einen gemeinsamen Nenner haben beide Bands: **Vasi Vallis**, der für beide Acts die Songs schraubt. Dieser wirkte während des Auftritts insgesamt auch eher mäßig begeistert, wie er da hinter seinem **MacBook** herumwuselte. Deutlich spielfreudiger kam uns Sänger **Henrik Iversen** vor, der durchgängig mit einem sympathischen Lächeln gute Laune verbreitete. Klassiker wie **Memories** oder **Now Or Never** sorgten für zufriedene Gesichter im Lager der FuturePop-Anhänger, mich kickte der Auftritt insgesamt aber nicht so.

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Saltatio Mortis hätten auf dem Blackfield eigentlich auch eine Headliner-Position verdient. © Roman Jasiek

Für den Rest des Abends sollte es noch einmal mittelalterlich werden. Die Spielleute von **Saltatio Mortis** standen als Nächstes auf dem Zettel und, was will man noch groß sagen – sie gehören definitiv zu der Sorte Band, die einen Platz ganz oben auf einem Festivalplakat verdient hätte. Wenn es die Aufgabe eines Headliners ist, die versammelte Meute zu mobilisieren, dann würden **Saltatio Mortis** diesen Job hervorragend erledigen können. So viele erhobene Hände, die entweder mitwogten oder begeistert klatschten, konnte ich ansonsten nur noch bei den eigentlichen Headlinern **ASP** und **VNV Nation** beobachten. Ich meine: Mit ihrer Show haben **Alea der Bescheidene** und Kollegen so ziemlich alles richtig gemacht. Genau wie die nachfolgenden Unterhaltungskönige **Schandmaul**. Es war gut und richtig, dass die **Münchener** die Position des Headliners des Freitags inne hatten. Im Januar erst veröffentlichten die **Schandmäuler** ihr aktuelles Album **Unendlich**, von dem es natürlich einige Songs in die Setlist schafften. So unter anderem das ergreifende **Euch zum Geleit**, bei dem so mancher Schauer die Rücken entlang gelaufen sein dürfte. Ebenfalls dabei: **Der Teufel...**, die Partyhymne des aktuellen Albums, bei dem die **Schandmäuler** Unterstützung von **Marc-Uwe Kling** erhielten. **Kling** ist vor allem bekannt durch Bücher wie **Die Känguru-Offenbarung** oder **Die Känguru-Chroniken**. Über ihn heißt es auf seiner **Facebook-Seite**: **Marc-Uwe Kling** wurde geboren. Er studierte an der **Großen Akademie von Lagado**, wie man ein Haus vom Dach her nach unten baut. Er hat über seinen Mitbewohner, ein **kommunistisches Känguru**, zwei kapitalismuskritische Bücher geschrieben, welche sich total gut verkaufen. Außerdem macht er mit seiner Band **Die Gesellschaft** Reformhauspunk und am Ende muss wieder der Steuerzahler für alles aufkommen. Hey. Ho. Let's go.

Wissta bescheid.

In der Setlist dieses Abends fehlten aber auch nicht die großen Klassiker **Schandmauls**. So wurde **Dein Anblick** genauso gefeiert wie die **Herren der Winde**. Dazwischen bewies sich Frontmann **Thomas Lindner** als hervorragender Geschichtenerzähler. Auch die restlichen **Schandmäuler** ließen sich nicht lumpen und präsentierten sich voller Elan und Spielfreude, sodass die sehr zahlreichen Gäste ein rundherum wunderbares Konzert geboten bekamen. Tatsächlich empfand ich diesen Auftritt als einen perfekten Ausklang eines gelungenen ersten Festivaltages. Anschließend zog es mich noch in Richtung Partyzelt, um wenigstens einen Blick auf die Aftershowparty zu werfen. Geschafft von der Anreise und dem ersten Tag hielt ich es allerdings nicht mehr lange aus. Man ist halt dummerweise keine 20 mehr, ne.

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Schandmaul schafften spielend den Spagat zwischen Partyhymnen und ergreifenden Gänsehautmomenten. © Roman Jasiek

## Samstag, 21\. Juni 2014

Da ich die letzte Nacht im Hotel verbrachte und das Auschecken usw. ja noch auf dem Zettel stand, hatte ursprünglich den Plan, zeitig in die Spur zu kommen, damit ich pünktlich um 11 zu **Terrolokaust** vor der Bühne sein konnte. Wenn Ihr die Berichte der letzten Jahre kennt, dann ahnt Ihr es bereits: Es ist bei diesem Plan geblieben. Nach einem Schlenker nach **Gelsenkirchen**, wo ich weitere Truppenteile meiner Reisegruppe einsammelte und unser Schlaflager hin verlagerten, schaffte ich es immerhin, kurz nach 15 Uhr auf dem Gelände zu sein. Vier Stunden später als geplant. Alles wie immer also. 

**Diorama** allerdings konnte und wollte ich mir nicht entgehen lassen, schließlich ist die Truppe um **Torben Wendt** eine meiner liebsten (Live-)Bands. Der **Blackfield-Auftritt** der **Reutlinger** bestätigte mich nur einmal mehr in meiner Meinung. Eingeleitet wurde der wie immer viel zu kurze Gig mit **Erase Me** in der Langfassung. Hach, ein Knaller direkt zu Beginn. **Torben** (hier und heute mit Hipster-Mütze) und Kollegen spielten einen hübschen Querschnitt durch das bisherige Schaffen. Logisch, dass auch Stücke aus dem letzten Album **Even The Devil Doesn't Care** nicht fehlten: **The Scale**, **When We Meet Again In Hell**, um nur einige zu nennen. Aber auch Dauerbrenner wie **Exit The Grey** oder **Synthesize Me** sorgten für viel gute Laune. Es war vielleicht nicht das beste **Diorama-Konzert**, das ich gesehen habe. Dennoch aber eine gewohnt gute Show, die gerne länger hätte dauern dürfen.

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Hatte den Hut auf: Torben Wendt während des tollen Diorama Konzerts. © Sideshowmick

Nach **Diorama** durften einmal mehr **Schweizer** die Bühne erobern: **The Beauty Of Gemina**. Die Düsterrocker um Frontmann **Michael Sele** hatte ich zuletzt auf dem **Amphi Festival** vergangenes Jahr gesehen. Dort allerdings nur am Rande. Auch diese Band hatte mit **Ghost Prayers** Anfang Februar erst ein neues Album veröffentlicht. Ein tolles Album, fürwahr, und definitiv ein Grund, dem Auftritt von **The Beauty Of Gemina** mit gebotener Aufmerksamkeit zu folgen. Ein Konzert dieser **Schweizer** ist gekonnte Reduktion auf Wesentliches. Keine Bühnendeko, kein Effektgewitter mit Lichtern und/oder Nebel – nur drei Männer, die ein mehr als solides Rockkonzert spielten – und nebenbei mit sattem Sound begeisterten. Die schweren, mitunter monotonen Sounds von **The Beauty Of Gemina** sind aus der Konserve nicht jedermanns Geschmack. Dank der überzeugenden Live-Darbietung, bei der sich das Trio als durchaus sympathisch erwies (jepp, ihr seid besser als eure Fußballer), mag das eventuell dazu beigetragen haben, dass sie ein paar Neuhörer dazugewinnen konnten.

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Gothic Rock ohne irgendwelchen Schnickschnack und vielleicht gerade deshalb gut: The Beauty Of Gemina. © Sideshowmick

Es folgten **Diary of Dreams**, die spontan ihren Weg in das diesjährige Line-Up gefunden hatten und den leider verhinderten **Johan van Roy** bzw. **Suicide Commando** ersetzten. Vielleicht erinnert Ihr Euch: In vergangenen Festivalberichten war mitunter von einer Müdigkeit die Rede, die ich beim Thema **Diary of Dreams** verspürte. Zu oft hatte ich **Adrian Hates**, **Gaun:A** und den Rest der Truppe schon live gesehen. Dann aber veröffentlichten die Tagebuchträumer im März das höchst sensationelle **Elegies In Darkness** \- und das Feuer, die Begeisterung für **Diary of Dreams**, war wieder voll entfacht! Daher freute mich tatsächlich, dass **Diary of Dreams** auf dem **Blackfield** für **Suicide Commando** einsprangen. Und **Diary of Dreams** schienen sich über die Möglichkeit auch gefreut zu haben. Mit anderen Worten: Die Band hatte richtig Bock zu spielen, und lieferte, unterstützt endlich wieder von **Torben Wendt** (**Diorama**) am Keyboard, eine Show, die mit „supergeil“ noch ziemlich zurückhaltend umschrieben ist. Das lag zum einen natürlich an Krachern wie **Malum** aus dem aktuellen Album, aber auch an (teilweise) lange nicht mehr gehörten Überfliegern wie **Haus der Stille**, **Kindrom** oder **King Of Nowhere**. **Adrian Hates** schien selbst ziemlich überrascht gewesen zu sein, wie gut die Show ankam und wie sehr die Band für die gelungene Setlist gefeiert wurde. So viele Danksagungen während einer Show habe ich bei **Diary of Dreams** bislang noch nicht erlebt. Wie gesagt: Die Glut, die zuletzt gerade noch so vor sich hinloderte, damit mich immer noch als Fan bezeichnen konnte, wurde wieder entfacht. Am liebsten möchten wir **Diary of Dreams** gleich noch mal gucken. Tolles Konzert!

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Diary Of Dreams ersetzten die verhinderten Suicide Commando. Möglicherweise ein Glücksfall. Tolle Setlist, Wahnsinnskonzert! © Sideshowmick

Ausgehend von den T-Shirts, die viele Festivalbesucher trugen, schien die nachfolgende Industrial-Legende **Front Line Assembly** der heimliche Headliner des siebten **Blackfields** gewesen zu sein. Nun mag man von **Bill Leeb** und Kollegen halten, was man möchte, aber eines ist unbestreitbar: Seit bald 30 Jahren erfindet sich die Band musikalisch stets neu und scheut auch nicht davor zurück, aktuelle Trends in ihr ganz eigenes Klangkonstrukt einzuflechten. So sind die aktuellsten Alben beispielsweise durchzogen von Dubstep- bzw. Drum’n’Bass-Einflüssen. In der langsam untergehenden Abendsonne lieferten **FLA** ein energisches Gewitter, das mir vor allem wegen einer Sache in Erinnerung bleiben wird: fettester Sound! Ich befand mich während des Konzertes am oberen Ende der Tribüne und hatte dennoch das Gefühl, komplett von den deftigen industriellen Sounds eingehüllt gewesen zu sein. Wer immer behauptet, Musik sei ein Mantel – hiermit wäre die Bestätigung erfolgt. Unter den Gästen, die sich in den Klängen **FLAs** verloren hatten, entdeckten wir auch einen offensichtlich begeisterten **Daniel Myer**. Wenig überraschend eigentlich, ihn hier zu erspähen, gilt er selbst doch auch als Soundtüftler deluxe.

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Bill Leeb von Front Line Assembly. Wir brauchen Bass, Bass? Jo, davon gab es während des FLA‑Konzerts reichlich. Direkt vor der Bühne war es teilweise sogar zu heftig. © Sideshowmick

Nach **FLA** blieb nur noch eine Band übrig: **VNV Nation**. Diese Headlinerkonstellation, wie ich sie in diesem Jahr erlebte, hatten wir zuletzt 2009 in **Gelsenkirchen**. Seinerzeit verhielt es sich genauso: Der Samstagabend gehörte **Ronan Harris** und **Mark Jackson**, der Sonntag hingegen **Alexander Spreng**. So war es auch dieses Mal. Wann immer ich im Freundeskreis über **VNV-Nation-Konzerte** rede, landen wir alsbald bei der Feststellung, dass die **2009er Blackfield-Show** eine der besten war, die wir jemals gesehen hatten. Und Ihr dürft mir glauben, inzwischen habe ich echt so einige Konzerte von Onkel **Ronan** gesehen. Zwar gehen die Meinungen über das letzte Album **Transnational** selbst innerhalb unseres Freundeskreises auseinander, dennoch: Wir freuten uns gemeinsam in gleichem Maße auf das vor uns liegende Konzert. Auch wenn wir nach den vielen Konzerten den Ablauf eigentlich schon hätten vorher sagen können. Das ist halt der Preis, wenn man die gleichen Bands andauernd schaut. **VNV Nation** schufen mit **Retaliate** vom aktuellen Album einen gelungenen Einstieg in ein Konzert, bei dem es mit **Chrome**, **Illusion**, **Control**, **Nova** und dem obligatorischen Ausklang **Perpetual** an keinem Hit fehlte. Spannend zu erleben war allerdings, dass sich mit **Homeward** oder **Fearless** auch hier einige Songs in der Setlist befanden, die zumindest ich schon eine ganze Weile nicht mehr live geboten bekam. Übrigens: Hatte ich nicht weiter oben im Text festgestellt, dass es eine der Aufgaben eines Headliners sei, dafür zu sorgen, dass sich so viele Besucher wie möglich bei dem Konzert tummeln und für ordentlich Stimmung zu sorgen? Nun, dann erklärt sich, warum **VNV Nation** stets ganz oben auf dem Plakat steht. Bis in die obersten Reihen feierten und tanzten die Besucher und sangen die Songs lautstark mit. Der Autor nutzte die Gunst der Stunde, um sich um die Bierentsorgung zu kümmern, und kann nun bestätigen: Wenn **VNV Nation** spielen, gleicht der Rest des **Blackfields** einer Geisterstadt. Bis auf ganz wenige Leute waren wirklich alle vor der Bühne versammelt, um frenetisch zu feiern. Das kam auch bei **Ronan** an. Nun weiß man ja, dass er sich gerne mal überschwänglich bei seinen Gästen bedankt – so emotional, so gelöst und so dankbar habe ich **Ronan** allerdings schon lange nicht mehr erlebt. Vielleicht ist es ja tatsächlich ganz einfach so: Die besten V**NV-Nation-Konzerte** sieht man auf dem **Blackfield**? Die Vermutung liegt jedenfalls nahe.

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VNV Nation: Ronan wirkte emotional mitgerissen wie schon lange nicht mehr. © Sideshowmick

Nach dem Konzert war ich eine Weile nicht in der Lage, mich auch nur irgendwohin zu bewegen. Jedenfalls so lange nicht, bis ich als eine der letzten Figuren vor der Bühne von der Security freundlich hinauskomplimentiert wurde. Es galt, einmal mehr einen Abstecher ins Partyzelt zu machen. Aber auch an diesem Abend hielt ich es nicht lange aus, sodass ich erneut ungewohnt früh die Maßnahmen beendete und Richtung Heimatlager aufbrach. Es wartete ja schließlich auch noch ein dritter Festivaltag auf mich.

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So sieht das übrigens aus, wenn nebenan VNV Nation spielen. Ein einsamer Hund trottet den staubigen Pfad der Mittelaltermeile entlang. © Roman Jasiek

## Sonntag, 22\. Juni 2014

Guten Morgen Festivalwelt, gerne hätte ich dich bereits um 11 Uhr zu **Formalin** beehrt. Wie immer wurde auch das nüscht. Vermutlich kann ich mir schon allein den Versuch künftig sparen – das klappt ja doch nicht. Fest stand aber: Auf Tyske Ludder konnte und wollte wir nicht verzichten, schließlich hatten die erst auf dem **E-Tropolis Festival in Oberhausen** einen im wahrsten Sinne des Wortes umwerfenden Eindruck bei mir hinterlassen. Mit Ach und Krach erreichte ich das Gelände gerade noch pünktlich. Schade eigentlich, dass **Tyske Ludder** stets einen so frühen Slot im Spielplan des **Blackfields** zugewiesen bekommen. An einem Sonntagmittag, so wie dieses Mal, ist ein großer Teil der Besucher noch nicht so richtig wach, um das gesellschaftskritische Electro-Geballer **Tyske Ludders** gebührend zu feiern. Das galt für mich auch. **Tyske Ludder** ließen sich davon jedoch nicht abschrecken und rockten das Geschehen mit 100% Vollgas. Spätestens zu **Panzer** dürfte aber jeder wach geworden sein. Grundsätzlich gilt: Wer auf musikalisch begleitete Körperertüchtigung steht, ist mit **Tyske Ludder** stets gut bedient.

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Machen Krach und machen wach: Tyske Ludder. © Sideshowmick

Weiter ging es mit **Heldmaschine**. Es handelt sich hierbei um die **Rammstein-Tribute-Band Völkerball**, die irgendwann im Jahre 2011 für sich beschlossen hatte, nicht mehr nur die Songs aus der Feder **Till Lindemanns** nachzuträllern, sondern mit eigenem Material an den Start zu gehen. Herausgekommen ist dabei das Projekt **Heldmaschine**. Es überrascht wohl niemanden, dass sich die **Heldmaschine** musikalisch sehr an **Rammstein** orientiert. Gerolltem Rrrrrrr und ähnlicher Gestik inklusive. Daher fühlte sich das Konzert zunächst auch mehr wie eine weitere **Rammstein-Tribute-Show** an. Spätestens aber in dem Moment, in dem Sänger **René Anlauff** beim Stück **Doktor** einen weißen Arztkittel überstreifte, von der Bühne herab sprang, den Pressegraben hinter sich ließ und singend eine Runde durch die Menge vor der Bühne drehte, werden **Heldmaschine** nicht nur mich abgeholt haben. Coole Einlage! Da hatten vor allem die anwesenden Fotografen gut zu tun, dem Geschehen zu folgen. Als die **Heldmaschine** ihre Show mit dem neuen Stück **Propaganda** beendete, machte sich glatt ein Gefühl von »Schade, dass es vorbei ist« breit. Doch, doch – das war schon cool.

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Mittendrin statt nur dabei: Heldmaschines Doktor wurde mitten im Publikum vorgetragen. © Sideshowmick

Als Nächstes stand **Haujobb** auf dem Spielplan. Vorab eine der Bands, auf die ich mich am meisten freute. Die ausgefeilten Electro-Sounds aus dem Hause **Haujobb** suchen ihresgleichen. Noch dazu ist die **Leipziger Band** von **Daniel Myer** und **Dejan Samardzic** durchaus in der Lage, ordentlich Power zu transportieren. Rückblickend war es aber vielleicht doch nicht so die beste Idee, eine Band wie **Haujobb** zwischen den Rockgewittern von **Heldmaschine** und **Megaherz** zu platzieren. Der Sound ist ja doch eher speziell und so wollte trotz cooler Songs wie **Let's Drop Bombs** oder **Renegades Of Noise** der Funken nicht so richtig überspringen. Die Resonanz vor der Bühne war leider eher verhalten. Erst mit dem abschließenden **Dead Market** kam nochmals etwas Bewegung ins Geschehen. Schade, ich hätte mir für diese coole Band echt etwas anderes gewünscht.

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Haujobb: coole Mucke, schönes Konzert – aber zwischen zwei brachialen Rockbands unglücklich platziert. © Sideshowmick

Dafür hatten **Megaherz** anschließend leichtes Spiel. Als Sänger **Lex** die Bühne betrat, auffällig geschminkt wie ein Psycho-Clown, war die Menge noch immer gut angeheizt von der **Heldmaschine**. Mit Songs wie **Mann im Mond** war dann auch ganz schnell wieder Stimmung angesagt. Bei Klassikern wie **Heuchler** oder **Miststück** erst recht. Einzig: Irgendwann dürfte es auch der letzte begriffen haben, dass ein neues **Megaherz-Album** im Anmarsch ist. Gefühlt jede Pause zwischen den Songs nutzte Sänger **Lex**, um darauf hinzuweisen. Ging mir irgendwann ein bisschen auf den Saque, ehrlich gesagt. Aber wirklich nur ein bisschen. Das nervöse Zucken an den Augen ist normal, das habe ich immer.

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Sag doch mal, Lex - neue Megaherz wann?! Ich habe es trotz gefühlt hundertfacher Erwähnung schon wieder vergessen. © Sideshowmick

Nach **Megaherz** wurde es einmal mehr Zeit für hochwertige elektronische Musik: Die Grande Dame der elektronischen Musik, **Anne Clark**, stand auf dem Plan. Erstmals auf dem **Blackfield** in Begleitung von **HerrB**. Die Spielzeiten passten zu diesem Zeitpunkt vorn und hinten nicht mehr, daher überraschte es auch niemanden, dass **Anne Clark** früher anfing und demnach auch leider früher die Bühne verließ. Sei es, wie es sei. Ich bekam Stücke des gemeinsamen Werkes **Lifewires** zu hören, bei dem **Anne Clark** tatsächlich mal so etwas wie singt. Ansonsten ist die Dame ja für ihre Spoken-Word-Performance bekannt. Auch den ewigen Klassiker **Sleeper In Metropolis** durfte ich erleben, hier von **HerrB** mit deutlich mehr Bumms versehen. Ein wie immer superschönes Konzert, das einmal mehr viel zu früh vorbei war. Nun hieß es, fast anderthalb Stunden bis zum Auftritt der **Fields Of The Nephilim** zu überbrücken. Bier hatte sich hier als Mittel der Wahl zur Zeitüberbrückung inzwischen bestens bewährt.

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Anne Clarks Auftritt zusammen mit HerrB dauerte leider nur eine kurze Weile. Das hätte gerne länger sein dürfen. © Sideshowmick

Wie wir im Verlaufe des Konzertes feststellen mussten, steht und fällt die Stimmung eines **Fields-Konzertes** sehr mit dem Umgebungslicht. Will sagen: Wenn ein **Carl McCoy**, mitunter schon mal als Gott tituliert, auf der Bühne so wirkt, als würde ihn die untergehende Sonne der Blendung wegen tierisch nerven, dann ist das irgendwie der Stimmung nicht so zuträglich. Eventuell lag es aber auch daran, dass Teile der Ausrüstung sowie das Merchandise auf dem Weg zum **Blackfield** verloren gegangen sein sollen. Zumindest wurd dies gemunkelt. Seine Kollegen, die sich wie gewohnt mit Kippen und Bier bei Laune hielten, schien das weniger zu stören. Nachdem die Sonne allerdings so weit untergegangen war, dass die Bühne nicht mehr direkt von ihr beschienen wurde, ging es stimmungstechnisch gleich aufwärts. Bei Songs wie **Moonchild** oder **Exit For The Lost** konnte man etwas beobachten, was man bei **Fields Of The Nephilim** nur selten zu sehen bekommt: einen **Carl McCoy**, der dezent versucht, das Publikum zum Mitklatschen zu animieren. Und tatsächlich: Ein Lächeln zierte sogar auch mal sein Antlitz. Ich kann mich nicht erinnern, das schon mal gesehen zu haben, aber es wurde fotografisch als Beweis festgehalten.

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Der Beweis: Carl McCoy kann auch lächeln! Und das, obwohl ein Teil der Ausrüstung auf der Anreise zum Blackfield verloren gegangen sein soll. Zumindest wurde dies gemunkelt. © Sideshowmick

So. Es fehlte nun nur noch **ASP**. Und auch hier gilt, ähnlich wie bei **VNV Nation**, die besten Konzerte dieser Band gibt es womöglich nur auf dem **Blackfield**. Als **Asp**, **Lutz Demmler** und der ganze Rest die Bühne betraten, war es zumindest schon mal angenehm dunkel. Gut für die folgenden Licht- und Feuerspielereien. Vor der Bühne herrschte ein guter Füllstand, Headliner eben, aber dennoch war es nicht mehr so voll wie am Abend zuvor. Klar, an einem Sonntagabend um halb 10 haben die ersten schon die Segel gestrichen und den Weg nach Hause angetreten. Nach einem **Intro** begannen **ASP** ihre musikalische Reise mit einem Medley, das aus **Raserei**, **Sanctus Benedictus** und **Wer sonst?** bestand. Eine ganz hervorragende Idee, um das anwesende Publikum gleich richtig anzuheizen. Selbstverständlich ließ es **Asp** sich nicht nehmen, die Leute erneut mit dem inzwischen nervtötenden Heeeeeeeeeeeeeyyoooooooooooooo-Gesabber auf den Geist zu gehen. Anfangs war die Resonanz entsprechend verhalten. Nach einer Ansage seitens **Asps** sowie dem Hinweis auf 15 Jahre Bandbestehen, die hier gefeiert werden wollten, lief das aber. Sehr zu meinem Leidwesen. Lieber **Asp**, fünfzehn Jahre **ASP** sind eine ganz prima Gelegenheit, sich eine neue Masche einfallen zu lassen, um das Publikum zur Interaktion zu bewegen, gelle? Schöne Aktionen hingegen waren das in die Menge werfen diverser T-Shirts zur Einstimmung auf **Ich bin ein wahrer Satan** sowie **Asps** politischer Kommentar zur **Fußball-WM**. Bekanntlich sind sportliche Großereignisse wie diese ein beliebtes Mittel von Regierungen, weitgehend unbemerkt von der öffentlichen Aufmerksamkeit diverse Schweinereien durchzuwinken. So fand **Asp** deutliche Worte gegen das Fracking. Wir finden: gute Aktion von **Asp**, da viele brisante Dinge den öffentlichen Radar unterfliegen und man auf manche Dinge nicht oft genug hinweisen kann. Mit dem abschließenden **Ich will brennen**, die obligatorischen Feuerfontänen inklusive, neigte sich das **Blackfield Festival** einem mehr als würdigen Abschluss entgegen. Es überrascht mich jedes Mal, wie schnell drei Tage Festival doch vergehen. Drei rundherum tolle Tage wie diese kommen stets einem Fingerschnippen gleich. Was bleibt, sind zwei Erkenntnisse: Auch **Blackfield Festival** Nummer sieben war eine schöne Veranstaltung. Und: In der Zeit vom 12\. bis 14\. Juni 2015 wird es weitergehen.

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Kostenlose T-Shirts, Feuerfontänen, das nervige Heeeyooooo und eine klare Ansage an unsere Bundesregierung: ASP erwiesen sich einmal mehr als würdiger Headliner zum Abschluss eines tollen Festivals. © Roman Jasiek

## Abschließende Worte

Auch in diesem Jahr waren wir grundsätzlich mit dem Ablauf und der Organisation des **Blackfield Festivals** sehr zufrieden. Dennoch müssen wir auch in diesem Jahr wieder einen großen Kritikpunkt anbringen, der mitunter für reichlich Unmut unter den Besuchern sorgte. Die Toilettensituation. Wie schon zuvor waren zwar ausreichend Dixies vorhanden, befestigte sanitäre Anlagen (in Form von Toilettenwagen) jedoch schon wieder Mangelware. Das sorgte für lange Schlangen vor den Damenklos, was immer wieder dazu führte, dass die Damen sich mit in dem Wagen der Herren anstellten. Liebe Veranstalter: Platz ist doch genug vorhanden, warum also nicht noch ein paar Wagen mehr aufstellen? Schon klar, dass das mit Kosten verbunden ist. Wir sind uns aber sehr sicher, dass im Zweifelsfall niemand ein Problem damit hätte, einen Obolus zu entrichten, wenn dafür saubere Klos mit fließend Wasser und ausreichend Seife zum Händewaschen vorhanden sind. Wir würden uns wünschen, dass dies im nächsten Jahr endlich verbessert wird.

Des Weiteren: Den Vorverkauf des Parkplatzes für normale PKW empfanden wir auch als eher unglückliche Lösung. Wir sind diverse Male über den Parkplatz geschlendert und stets war dieser nicht voll belegt. Gut, es mag sein, dass sich Gäste, die nur wegen dieser oder jener Band angereist waren und das Gelände anschließend wieder verlassen hatten, einen Parkplatz gesichert haben, da es ringsherum parkplatztechnisch eher mau aussieht. Dennoch – so wirklich belegt haben wir den Parkplatz nicht gesehen. Da ist es schade, dass man nicht spontan vor Ort noch ein Parkticket erwerben konnte. Das first-come, first-served-Prinzip empfanden wir in den Jahren zuvor als sinnvoller. Dies ist nur unser Empfinden, die Sache mit dem Toilettenmangel jedoch sehen nicht nur wir so kritisch.

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Danke Blackfield für ein einmal mehr schönes Festival. © Roman Jasiek

Davon abgesehen muss auch in diesem Jahr festgehalten werden: Beim siebten Mal hat das **Blackfield** nichts von seiner tollen, weil entspannten und familiären Atmosphäre eingebüßt. Die Entscheidung, auch dieses Mal nur mit einer Bühne zu arbeiten, war eine richtige. Insgesamt drei Tage Programm sind so in Ordnung. Das **Blackfield** bezieht einen Teil seines Reizes in unseren Augen eben daraus, dass man sich nicht zwischen mehreren Bühnen entscheiden muss, sondern, wie auch wir, ganz gechillt auf der Tribüne herumgammeln kann und Bierchen zischend eine Band nach der anderen geboten bekommt. So entdeckt man immer wieder etwas Neues, das man sonst womöglich zugunsten einer anderen Band, die man eh schon x-mal gesehen hat, hätte sausen lassen. Auch wenn das natürlich unmöglich zu beeinflussen ist: Das Festivalempfinden steht und fällt auch immer ein bisschen mit dem Wetter. Da jedoch meinte es **Petrus** gut mit den Besuchern: nicht zu warm, nicht zu kalt und im Gegensatz zu anderen Jahren erfreulich wenig Regen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Auch das siebte **Blackfield** war – man muss sagen: wie immer – ein gelungenes Fest, das bereits nach Abpfiff schon etwas die Sehnsucht nach dem nächsten Jahr weckte. Wir freuen uns jetzt schon. Bis zum nächsten Jahr auf **Schalke**.

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© Blackfield Festival